Urlaubsanspruch bei Krankheit – die rechtliche Situation

Urlaubsanspruch bei Krankheit

Immer wieder erkranken Mitarbeiter während ihres Urlaubs. Wie wirkt sich diese Erkrankung auf die Urlaubstage aus? Grundsätzlich gilt, dass sich der Urlaubsanspruch bei Krankheit um die Erkrankungstage verlängert. Denn jeder Urlaubstag, den ein Mitarbeiter nachweislich krank war, gilt als Resturlaub – vorausgesetzt, der Arbeitnehmer kommt seiner Verpflichtung nach.

 

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Pflichten des Arbeitnehmers

Aus Sicht des Gesetzgebers hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Erholung während des Jahresurlaubs. Erkrankt er während des Urlaubs, kann er sich jedoch nicht erholen. Daher besteht in dieser Situation der gesetzliche Anspruch auf die Rückbuchung von Urlaubstagen als Resturlaub. Allerdings muss der Arbeitnehmer bestimmte Pflichten erfüllen, um seinen Urlaubsanspruch zu sichern.

  • Arztbesuch am ersten Tag der Erkrankung
  • Vorlage eines ärztlichen Attests ab dem ersten Krankheitstag

Erkrankt ein Mitarbeiter kurz vor Antritt seines Urlaubs, hat er das Recht, diesen gemeinsam mit dem Arbeitgeber neu festzulegen. Ein eigenmächtiges Verlängern des Urlaubs um die Anzahl der Krankentage ist nicht erlaubt.

Die Ausnahmen: kein Anspruch auf Ersatz der Urlaubstage

Zwei wichtige Ausnahmen von der Krankheitsregel betreffen den Freizeitausgleich und die Erkrankung eines Kindes während des Urlaubs.

  • Eine Erkrankung während des Freizeitausgleichs wirkt sich in keiner Form auf den Abbau von Überstunden aus und der Mitarbeiter hat keinen Ersatzanspruch.
  • Erkrankt während des Urlaubs ein Kind und erfordert die Pflege, bleibt der Urlaub davon unberührt – unabhängig davon, dass die Erkrankung den Erholungswert reduziert.

Urlaubsanspruch bei Langzeiterkrankung

Auch wenn Ihre Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum krankheitsbedingt fehlen, haben sie einen Anspruch auf Urlaub. Durch die Krankheitstage wird dieser Anspruch nicht gemindert – auch dann nicht, wenn der Arbeitnehmer mehrere Monate oder das ganze Jahr über fehlt. Den Urlaub kann der Mitarbeiter aber erst dann nehmen, wenn er nicht mehr krankgeschrieben ist. Während der Krankheitstage kann ihm kein Urlaub erteilt werden.

Wenn ein Mitarbeiter ein Jahr oder länger krank ist, verfallen seine Urlaubstage nicht. Im Gegenteil: Sie werden über einen längeren Zeitraum gesichert – auch über die Drei-Monats-Marke im folgenden Jahr hinaus. Ist Ihr Mitarbeiter Anfang 2018 erkrankt, bekommt ab Februar 2018 Krankengeld und kommt im August 2019 wieder zur Arbeit, stehen ihm die Urlaubstage aus zwei Jahren zu (Mindestanspruch für zwei Kalenderjahre: 2 x 4 = 8 Wochen).

Jedoch hat das BAG eine zeitliche Grenze für das Ansammeln von Urlaubstagen gesetzt. Demnach verfällt der Urlaubsanspruch auch ohne tarifvertragliche Regelung bei langer Krankheit nach 15 Monaten. Beispiel: Wenn Ihr Mitarbeiter seit 2015 arbeitsunfähig krankgeschrieben ist und zum Beispiel im März 2019 zurückkommt, hat er lediglich Anspruch auf eine Urlaubsabgeltung für 2018 und anteilig für 2019. Denn der Urlaubsanspruch für 2015 ist im März 2016 verfallen; der Anspruch von 2016 im März 2017 usw.

Wie Sie generell den Urlaubsanspruch für Ihre Mitarbeiter berechnen, erfahren Sie in dem Artikel “Urlaubsanspruch berechnen”.

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