Autoritärer Führungsstil: Definition, Führungsstil-Vergleich und Beispiele

autoritärer Führungsstil

Wie glücklich und produktiv Mitarbeitende am Arbeitsplatz sind, hängt maßgeblich von der Zusammenarbeit mit der Führungskraft ab. Nur wenn es mit Vorgesetzten funktioniert, kann das Endergebnis grandios werden und die Arbeit Spaß machen. Früher war der autoritäre Führungsstil gang und gäbe. Heute sieht das anders aus. Doch was spricht eigentlich gegen diesen Führungsstil und warum findet man ihn dennoch weiterhin in manchen Branchen? Alles Wissenswerte zum autoritären Führungsstil finden Sie in diesem Artikel.

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Definition autoritärer Führungsstil

Beim autoritären Führungsstil führt der Chef von oben herab. Die Geschäftsleitung delegiert Aufgaben an die Abteilungsleitung und diese delegiert weiter an die Mitarbeitenden. Entscheidungen werden nur von ganz oben und allein getroffen, Anweisungen exakt erteilt und streng kontrolliert. Mitarbeitende haben nur Zugriff auf Informationen, die sie zur Ausführung der ihnen zugewiesenen Aufgaben benötigen. Zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden besteht eine gewisse Distanz.

Die Vorteile und Nachteile des autoritären Führungsstils

In der Studie von StepStone und der Forschungseinrichtung Kienbaum Institut @ ISM haben Fachkräfte angegeben, dass sie eine klare Meinung dazu haben, wie sie geführt werden möchten. 94 Prozent der Befragten möchten eine Führungskraft mit Visionen, die ihre Mitarbeitenden motiviert. Ist das mit dem autoritären Führungsstil überhaupt möglich?

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Beim autoritären Führungsstil wird häufig kritisiert, dass Kreativität, Weiterentwicklung und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden auf der Strecke bleiben. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Selbstbestimmung, Vertrauen und regelmäßiges Feedback aber sehr wichtig für die Teamentwicklung und Umsetzung neuer Ideen sowie Arbeitsmethoden sind.

Für den autoritären Führungsstil spricht die klare Rollen- und Aufgabenverteilung. Laut Studie sind diese ebenfalls förderlich für die Innovationsleistung. Zu viel Freiraum kann die Innovationsleistung zwar indirekt über ein höheres Engagement verbessern, in bestimmten Branchen (z. B. bei der Polizei) sind eine klare Hierarchie und strikte Anweisungen dennoch essentiell für das Wohl der Allgemeinheit.

Vorteile des autoritären FührungsstilsNachteile des autoritären Führungsstils
Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und Zuständigkeiten sind eindeutig und klar getrennt.Mitarbeitende könnten sich „klein“ fühlen.
Entscheidungen können aufgrund der kurzen Entscheidungswege schnell getroffen werden.Das Potenzial der Mitarbeitenden wird leicht übersehen.
Führungskräfte wissen über jedes Detail Bescheid, da sie als Entscheidende in jeden Schritt involviert sind.Mitarbeitende sind selten kreativ, motiviert und eigenständig.
Mitarbeitende, die lediglich Anweisungen ausführen und keine Verantwortung übernehmen möchten, fühlen sich wohl.Mitarbeiterzufriedenheit und Spaßfaktor sind häufig niedrig.
Die Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden ist oft angeschlagen.
Fehltage und Mitarbeiterfluktuation sind nicht selten hoch.
Effektivität kann durch Engpässe oder Abwesenheit der Führungskräfte blockiert sein.
Permanenter Stress kann Führungskräfte überfordern und krank machen.
Erfolge werden lediglich den Führungskräften gutgeschrieben.

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Die bekanntesten Führungsstile im direkten Vergleich

Zwei Führungsstile, die stark vom autoritären Führungsstil abweichen, sind der kooperative Führungsstil und der Laissez-faire-Führungsstil.

Der demokratische bzw. kooperative Führungsstil

Beim demokratischen bzw. kooperativen Führungsstil geht es darum, gemeinsam ins Ziel zu kommen. Der Fokus liegt auf dem „Wir“. Hitzige Diskussionen gehören dazu, schließlich soll jedes Teammitglied in Entscheidungen eingebunden werden und zum Unternehmenserfolg beitragen.

Der Laissez-faire-Führungsstil

Noch weiter vom autoritären Führungsstil entfernt als der kooperative Führungsstil ist der Laissez-faire-Führungsstil. Hierbei ziehen sich Führungskräfte komplett zurück. Das ermöglicht den größten Entfaltungsfreiraum und birgt gleichzeitig die größten Herausforderungen für Mitarbeitende. Sie können ihr Arbeitsumfeld selbstständig gestalten und müssen mit allem allein klarkommen.

Die größten Unterschiede zum autoritären Führungsstil

 Autoritärer FührungsstilDemokratischer bzw. kooperativer FührungsstilLaissez-faire-Führungsstil
Merkmale- Entscheidungen werden allein von den Führungskräften getroffen.
- Die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden wird aufs Nötigste beschränkt.
- Der Zugriff für Mitarbeitende wird aufs Notwendigste beschränkt.
- Ergebnisse und Beschlüsse entsprechen einzig und allein der Meinung des Chefs.
- Verantwortlichkeiten sind klar getrennt.
- Führungskräfte behalten den Überblick.
- Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.
- Offene und zeitintensive Gespräche bieten Raum für Diskussionen.
- Volle Transparenz für alle.
- Ergebnisse und Beschlüsse beinhalten die Meinung jedes Teammitglieds.
- Das Ziel ist ein „Followership“, in das sich jede/r Mitarbeitende einbringt.
- Führungskräfte nutzen ihre Zeit für Administratives.
- Mitarbeitende übernehmen Führungsverantwortung („Shared Leadership“).
- Führungskräfte halten sich komplett raus.
Kollaboration und Selbstkontrolle bestimmten den Ablauf.
- Mitarbeitende gestalten ihr Arbeitsumfeld eigenständig.
- Innerhalb des Teams gibt es keine Feedbackgespräche.
BeispielTypische Einsatzbereiche für den autoritären Führungsstil sind die Polizei und die Feuerwehr. Alleingänge könnten zu viel Zeit kosten und fatale Folgen haben.Typische Einsatzbereiche für den kooperativen Führungsstil sind Verkaufsteams. Zahlen werden regelmäßig von der Führungskraft analysiert und vorgestellt. Gemeinsam im Team werden Ursachen und Maßnahmen besprochen und umgesetzt.Im Falle des Laissez-faire-Führungsstils werden Analysen und Maßnahmen ohne Vorgesetzte abgewickelt. Alle notwendigen Deadlines, Informationen und Ressourcen werden den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Das Verkaufsteam ergreift Maßnahmen komplett eigenständig. Nur in absoluten Ausnahmefällen greifen Führungskräfte ein.

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Ist der autoritäre Führungsstil noch zeitgemäß?

Es gibt Branchen, in denen der autoritäre Führungsstil noch aktuell ist und es vermutlich auch noch lange bleiben wird. In den meisten Branchen – insbesondere bei Start-ups – werden andere Führungsstile bevorzugt. Die Gründe liegen wohl auf der Hand: Die meisten Mitarbeitenden fühlen sich mit flacheren Hierarchien und mehr Mitbestimmung wohler, ebenso viele Führungskräfte.

Unternehmensabläufe können effektiver gestaltet werden, wenn alle Mitarbeitenden ihren eigenen Handlungsspielraum haben und gemeinsam die besten Lösungen gefunden werden. Menschen legen außerdem immer mehr Wert auf Selbstbestimmung, Flexibilität und eine gute Work-Life-Balance. All das ist mit dem autoritären Führungsstil nicht umsetzbar.

Zusammenfassung des autoritären Führungsstils

Der autoritäre Führungsstil kann nicht pauschal als gut oder schlecht bewertet werden. Er hat seine Daseinsberechtigung, eignet sich aber nicht für jede Organisation. In einigen Branchen (z. B. in Kreativ-Agenturen) sieht man ihn kaum noch. In anderen Branchen (z. B. bei der Polizei) ist er nicht wegzudenken. Ein Zusammenspiel aus mehreren Führungsstilen führt in der Regel zu den besten Synergieeffekten.

FAQ autoritärer Führungsstil

Was ist ein autoritärer Führungsstil?

Beim autoritären Führungsstil wird von oben herab delegiert. Entscheidungen werden allein von den Vorgesetzten getroffen, Anweisungen exakt erteilt und streng kontrolliert. In bestimmten Branchen, wie bei der Polizei oder Feuerwehr, ist der autoritäre Führungsstil weiterhin aktuell. In den meisten anderen Branchen wird er nicht mehr gelebt.

Welche Vorteile hat ein autoritärer Führungsstil?

Vorteile des autoritären Führungsstils sind die klaren Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und Zuständigkeiten. Entscheidungswege sind kurz und Führungskräfte sind immer informiert.

Welche Nachteile können sich durch einen autoritären Führungsstil ergeben?

Durch den autoritären Führungsstil können sich viele Nachteile für Mitarbeitende, Führungskräfte und die Effizienz des Unternehmens ergeben. Mitarbeitende könnten sich „klein“ fühlen und nur selten ihr volles Potenzial entfalten. Kreativität, Motivation und Eigenständigkeit bleiben auf der Strecke. Darum sind die Anzahl der Fehltage und die Mitarbeiterfluktuation häufig hoch. Führungskräfte können überlastet sein, stressbedingt erkranken und es kann zu Engpässen kommen.

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