Mit diesen Corporate Benefits binden Sie Mitarbeiter

Mitarbeiter nutzen Mitarbeiterangebote.

Arbeitnehmer haben die Wahl zwischen verschiedenen Arbeitgebern – nicht umgekehrt. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, Talenten etwas zu bieten, das neben Inhalt und Aufgabe so attraktiv für sie ist, dass sie sich für den Arbeitsplatz entscheiden.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Corporate Benefits bei Mitarbeitern gut ankommen und was Sie als Personaler beachten müssen, wenn sie welche anbieten. 

Was versteht man unter Corporate Benefits?

Unter Corporate Benefits, auch Mitarbeitervorteile genannt, versteht man Zusatzleistungen und Angebote vom Arbeitgeber an die Mitarbeiter. Die kann er anstelle einer Gehaltserhöhung bieten oder grundsätzlich, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern und etwas für seine Employer Brand zu tun.

In diesem Kontext auch lesenswert: “Maßnahmen für Mitarbeiterbindung: Wie Unternehmen Leistungsträger halten”.

So individuell Unternehmenskulturen sind, so sollten auch Mitarbeiterangebote unterschiedlich ausfallen. Über die Art der Benefits entscheidet maßgeblich die Personalabteilung, basierend auf Input von den Mitarbeitern. Sie sollte im Sinne der Employer Brand hinterfragen, was zum Unternehmen und zu den Mitarbeitern passt, und ob/inwiefern eine Differenzierung gegenüber Wettbewerbern möglich ist. Denn heutzutage bietet jeder Benefits an und kämpft damit um die besten Talente.

Was Unternehmen von Corporate Benefits haben

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Jobangebot von einem Konzern, in Ihrer Stadt, mit interessanten Aufgaben; und Sie haben noch eins, auch im Konzern, auch in Ihrer Nähe, mit ebenso spannenden Aufgaben. Der eine Arbeitgeber bietet Ihnen ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr in Ihrer Stadt sowie Essenszuschüsse, der andere nicht. Wen wählen Sie?

Was der Vergleich zeigen soll: Zusatzleistungen können das Image eines Arbeitgebers entscheidend verbessern und einen Bewerber dazu bewegen, sich für Sie und nicht die Konkurrenz zu entscheiden.

Was Mitarbeiter heute von Corporate Benefits erwarten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Gut fürs Recruiting

Rund 43 Prozent der vor allem jüngeren Arbeitnehmer sagen, dass sie auf Gehalt verzichten würden, um dafür Zusatzleistungen zu erhalten.

Heißt für Sie als Personaler: Bieten Sie unterschiedliche Benefits, je nach soziodemographischer Struktur Ihrer Belegschaft: Sind die meisten jung, haben sie Familie, leben sie auf dem Land oder in der Stadt usw.

Einem Familienvater, der einen Kita-Platz sucht, der zusätzlich seine Eltern pflegen muss, wünscht sich etwas anderes als ein junger Single, der für den Job in die Stadt gezogen ist und schnell Karriere machen will. Beachten Sie das, wenn Sie Benefits in Ihre Recruiting-Strategie integrieren.

Gut fürs Employer Branding

Ein Unternehmen, das für Werte wie Bescheidenheit und Sparsamkeit steht, sollte nicht unbedingt Luxus-Leistungen anbieten. Falls Sie nicht genau wissen, was Mitarbeiter wollen, dann fragen Sie sie. Das kann in Form eines Fragebogens erfolgen oder auch auf direktem, informellem Weg.

Rund 63 Prozent der Bewerber achten auf Benefits, wenn sie sich über einen Arbeitgeber informieren.

Heißt: Sie sollten darüber sprechen. Nicht nur auf der eigenen Karriere-Website, auch auf den Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie kununu oder Glassdoor können Sie ihre Benefits darstellen. Denn dort informieren sich Bewerber über potentielle Arbeitgeber.

Mitarbeiter wollen runde Prozesse

Materielle Extras sind immer attraktiv, aber was Mitarbeiter vor allem von einem modernen Arbeitgeber erwarten, sind unkomplizierte Prozesse – auch im HR. Das hält ihnen den Rücken für ihre Arbeit frei.

Personio hilft Ihnen dabei, HR-Prozesse zu vereinfachen.

Worauf Arbeitgeber bei Zusatzleistungen achten müssen

Grundsätzlich kommen Zusatzleistungen allen Mitarbeitern zugute. Heißt, niemand darf ausgegrenzt werden. Natürlich können Sie einzelne Leistungen auf Gruppen beschränken. Das macht sogar Sinn, denn nicht jeder kann einen Tankgutschein gebrauchen oder freut sich über einen Kita-Zuschuss.

Belege sammeln

Wichtig ist, dass Sie die Leistungen genau dokumentieren: Worum handelt es sich, was sind sie wert etc. Sollten Sie Kurse, z. B. zur Gesundheitsförderung anbieten, dann müssen Sie die Ausgaben auf die einzelnen Teilnehmer umrechnen. Was Sie hingegen nicht erfassen müssen, ist die private Nutzung von Firmenhandys bzw. -rechner.

Bei Tankgutscheinen müssen Sie nachweisen können, dass diese nicht in Bargeld umgetauscht werden dürfen. Bei Kita-Zuschüssen müssen Sie Belege über die Betreuung, bei Gesundheitskursen Teilnahmebescheinigungen einsammeln.

Steuervorteile für Arbeitgeber

Ein relevanter Vorteil von Benefits gegenüber einer Gehaltserhöhung (oder auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld ausgenommen Freibeträge) ist, dass für Sachbezüge oft keine oder nur geringe Steuern anfallen. Doch Vorsicht: Insbesondere in der Kommunikation sollte der steuerliche Einspareffekt nicht als Grund für die Auswahl angeführt werden, das kommt negativ an.

Einfache Dokumentation

Damit Sie einen Überblick über die Benefits haben – nicht jeder Mitarbeiter erhält bzw. nutzt dieselben – hilft eine digitale Dokumentation.

Wer eine Software für die Personalverwaltung nutzt, kann dort Belege hochladen und jederzeit einsehen, ob Rechnungen fehlen. Neben der Personalabteilung ist der Mitarbeiter für eine saubere Dokumentation verantwortlich – über den Employee Self Service kann er in seinem Profil zum Beispiel Dokumente ablegen.

Die Grenzen steuerfreier Benefits im Überblick

Unabhängig davon, was Sie an Leistungen anbieten, die Grenze für Sachbezüge pro Mitarbeiter pro Monat liegt bei 44 Euro. Weitere Punkte gilt es zu beachten, die wichtig für Auswahl und korrekte Verbuchung sind:

Mobilität: Wird ein Dienstwagen, den Sie Mitarbeitern zur Verfügung stellen, für private Zwecke genutzt, muss er/sie diese Fahrten als geldwerten Vorteil versteuern. Dasselbe gilt für Elektrofahrräder. Ein Firmenfahrrad hingegen ist zu 100 Prozent privat nutzbar, ohne dass Steuern für die Nutzung anfallen.

Fahrtkosten/Jobticket: Fahrten des Arbeitnehmers mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Dabei müssen die Arbeitgeberleistungen zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden; eine Gehaltsumwandlung ist nicht möglich. Sollte der Arbeitgeber einen Zuschuss in Bar zum Jobticket zahlen, dann muss das Jobticket an entsprechender Stelle hinterlegt/dokumentiert werden.

Essen/Trinken: Der Sachbezugswert für ein Mittagessen liegt bei 3,30 Euro pro Mitarbeiter und Tag, unabhängig davon wie hoch der Preis des Essens ist. Der Arbeitgeber kann bis zu 3,10 Euro hinzuzahlen, der steuerfrei ist. Damit ergibt sich ein steueroptimierter Vorteil im Gesamtwert von 6,40 Euro pro Mittagessen pro Mitarbeiter.

Mitgliedschaft im Fitnessstudio: Je nachdem, welchen Gesamtwert die vom Arbeitnehmer in Anspruch genommenen Sachbezüge haben, kann der Arbeitgeber Mitgliedschaftsbeiträge übernehmen, ohne dass Steuern dafür anfallen – zum Beispiel für solche, die innerhalb der 44 Euro Freigrenze liegen.

Technik: Ein Gerät, das dem Arbeitgeber gehört, aber vom Mitarbeiter privat genutzt werden darf, ist steuerfrei. Selbst bei privater Nutzung durch den Arbeitnehmer kann der Arbeitgeber die Kosten als Betriebsausgabe absetzen. Schenken darf er dem Angestellten nichts. Das wäre geldwerter Vorteil, der Steuern abverlangt.

Kinderbetreuung: Der Zuschuss zu Betreuungskosten ist steuer- und sozialabgabenfrei und kann, je nach Stadt, bis zu 500 Euro im Monat betragen. Theoretisch kann eine Firma die Kosten komplett übernehmen.

Gesundheitsförderung: Mitarbeiter können pro Jahr Kurse im Wert von bis zu 500 Euro wahrnehmen, ohne dass Steuern anfallen. Dabei kommt es darauf an, ob es steuerlich begünstigte Kurse gibt, die zum Beispiel durch die Krankenkasse zertifiziert sind.

Mitarbeiter genießt die Mitarbeiterangebote seines Unternehmens.

Vergünstigungen

Anders als bei einer Gehaltserhöhung profitiert ein Angestellter von Rabatten direkt (er muss keine Steuern und Sozialabgaben abgeben). Dabei hat die Steuergesetzgebung Grenzen gesetzt: Steuerfrei sind bis zu vier Prozent Ermäßigung auf Waren oder Dienstleistungen des Arbeitgebers. Für alles, was darüber liegt, gilt ein Freibetrag in Höhe von 1080 Euro pro Jahr. Was diesen Wert übersteigt, muss als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Wer Nachlässe auf eigene Produkte und Dienstleistungen anbieten will, muss hohen Verwaltungsaufwand bewältigen. Denn Unternehmen müssen diese getrennt vom Lohn mit genauen Details (Ort, Zeit etc.) erfassen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Firmen für Rabatt-Portale, die sie zum Beispiel in ihr Intranet integrieren.

Dort gibt es dann eine Fülle an Mitarbeiter-Angeboten, gebündelt auf einer Seite. Vor allem große Unternehmen wie Roland Berger, die Lufthansa oder Siemens setzen darauf.

Beispiele

Oft gewähren B2C Unternehmen (die Produkte oder Dienstleistungen für Endverbraucher anbieten) Nachlässe. Wer bei Ikea arbeitet, erhält 15 Prozent Rabatt auf das komplette Angebot. Haribo Angestellte bekommen die neuesten Süßigkeiten gratis zum Probieren mit nach Hause sowie 25 Prozent Rabatt auf das restliche Sortiment. Bei Henkel muss niemand für Wasch- und Putzmittel zahlen – die bekommen sie gratis. Und Lufthansa-Mitarbeiter können für deutlich weniger fliegen als der externe Kunde.

Die beliebtesten Corporate Benefits / Mitarbeiterangebote

Vom Massagesessel bis zu freien Getränken – Unternehmen strengen sich an, um junge Talente anzuziehen und zu binden. Doch was am Ende gut ankommt sind laut Umfragen die bodenständigen, eher unspektakulären Angebote, die vor allem mehr Freiheit oder Sicherheit bieten.

Flexible Arbeitszeiten gehören dazu – für 75 Prozent der Mitarbeiter sind sie das Wichtigste – Home-Office-Optionen oder die private Internet-Nutzung.

 Benefits versus Gehalt

Laut einer PxC Millenials Studie regiert nicht das Geld.

Welche Benefits schätzen Sie am meisten bei Unternehmen?

  • Weiterbildung (22 %)
  • Flexible Arbeitszeiten (19%)
  • Geld / Boni (14 %)

 

Ebenso wichtig sind die zwei Bereiche Gesundheit und Mobilität. Wer Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder Yogakurse anbietet, wer Fahrradleasing oder Car Leasing offeriert, der punktet bei Bewerbern.

Unternehmen, die in großen Städten sind und viel Konkurrenz haben, stellen “harte” Benefits wie Urlaubstage in den Vordergrund, weil, auch das ergeben Untersuchungen, diese Aspekte Bewerbern wichtig sind. Wer diese Basis-Leistungen nicht bieten, hat es schwer(er), Talente zu gewinnen.

Best Practices für Corporate Benefits

Ein Start-Up zieht andere Bewerber an als ein großer Konzern. Entsprechend sind die Kulturen anders und höchstwahrscheinlich auch die Benefits. Hier ein paar Beispiele für teilweise originelle oder einfach inspirierende Leistungen von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

Beispiele für Corporate Benefits im Start-Up

Personio ist noch jung und wächst schnell. Benefits bietet das Unternehmen viele verschiedene, zum Beispiel folgende: Neben flexiblen Arbeitszeiten und Home Office gibt es täglich frisches Obst, Müsli und Getränke, einen Fitnesszuschlag, einen Elektroroller oder Zuschuss für eine Fahrkarte. Regelmäßige Teamevents und gemeinsame Abendessen sind auch im Angebot sowie ein jährliches Fortbildungsbudget.

SoundCloud hat sich für jene, die für den Job neu in die Stadt kommen, etwas ausgedacht: das New Friends Relocation Program. Dabei unterstützen Mitarbeiter neue Kollegen bei der Ankunft – sie geben Hilfe in bürokratischen Belangen oder erkunden gemeinsam die Stadt nach Feierabend. Im besten Fall entstehen Freundschaften daraus, so die Idee.

Spotify bietet seinen Mitarbeitern Möglichkeiten, um sich spielerisch oder künstlerisch auszutoben: Es gibt Spielekonsolen, ein Karaoke-Zimmer, eine Werkstatt und ein Theater. Zudem kann jeder Mitarbeiter individuell entscheiden, wann er welchen Feiertag nehmen will. Grund dafür ist die Internationalität der Teams – aus 90 Ländern kommen die Mitarbeiter bei Spotify.

Bei AirBnB gibt es keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, keine Anwesenheitspflicht. Dem Motto „Behandle deine Mitarbeiter wie Erwachsene, dann verhalten sie sich auch so“ folgend, muss niemand Rechenschaft über Arbeitszeiten ablegen. Führungskräfte werden basierend auf Mitarbeiterbefragungen gewählt, die Gehälter legen die Mitarbeiter entlang der Unternehmensgewinne fest.

Beispiele für Corporate Benefits im Mittelstand

Teambank, ein Kreditanbieter aus Nürnberg, schickt zwei Mitarbeiter und eine Führungskraft einmal im Jahr auf Recherchereise. Bis zu 14 Tage sind sie unterwegs und können 10.000 Euro ausgeben. Mitmachen kann jeder, der ein Konzept 
vorlegt, was er mit der Reise herausfinden will. Die Mitarbeiter stimmen ab, wer reisen darf.

Vaude hat ein betriebseigenes Kinderhaus gebaut, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. In der Belegschaft gibt es viele Familien, in denen beide Teile arbeiten, somit stößt das Angebot auf großes Interesse.

Beispiel für Corporate Benefits im Großkonzern

PricewaterhouseCoopers (PwC) bietet seinen jungen Mitarbeitern auf der ganzen Welt bis zu 1.200 US-Dollar pro Jahr an, damit Uniabsolventen ihren Studienkredit zurückzahlen können.

Bei Microsoft erhalten Eltern bei der Geburt eines Kindes oder einer Adoption Sonderurlaub. Der umfasst sechs Wochen bei voller Bezahlung. Er wird allen Vätern oder Adoptiveltern, die ein Kind unter 16 Jahre adoptiert haben, gewährt. Zudem gibt es für die ersten Wochen eine Geburtsprämie, mit der nach dem Mutterschutz die Differenz zwischen Gehalt und Elterngeld überbrückt werden kann. Kommt es zu einem Pflegefall in der Familie oder einer schweren Erkrankung eines Angehörigen, dann erhalten Mitarbeiter, die sich kümmern, bis zu vier Wochen bezahlte Auszeit pro Jahr.

Brauchen wir einen Feelgood Manager?

Vor allem Start-Ups werben damit: Bei uns ist jemand da, der sich kümmert. Der oder diejenige sorgt für frisches Obst, Pflanzen im Konferenzraum und vor allem gute Stimmung. Da die Aufgaben oft diffus waren, sind immer mehr Firmen dazu übergegangen, diese Stelle zu streichen. Doch es steckt was Richtiges und Wichtiges drin, so eine Mitarbeiterin von Opinary, einem Berliner Start-Up:

Jedes Unternehmen sollte jemanden haben, der sich gemeinsam mit der Geschäftsführung um die Stabilität des Teams und die Nachhaltigkeit der Unternehmenskultur kümmert.

Wer also überlegt, einen Feelgood Manager einzustellen, sollte sich über den Auftrag Gedanken machen. Der kann von einem Mitarbeiter aus HR, aus der Fachabteilung etc. erfüllt werden.

Corporate Benefits immer im Blick

In Personio können Sie Benefits übersichtlich dokumentieren: Hinterlegen Sie alle genutzten Mitarbeiterangebote in der digitalen Personalakte Ihrer Mitarbeiter – die Information wird automatisch in die Lohnabrechnung online übernommen.