Mobile Recruiting: Definition, Vorteile und Tipps

Stellensuche und Bewerbung verlagern sich immer mehr vom Desktop auf das Smartphone. Welche Vorteile Sie als HR von Mobile Recruiting haben, warum darin ein gewaltiges Potenzial schlummert und welche 5 Tipps mobiles Recruiting pushen, erfahren Sie hier.

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Mobile Recruiting einfach erklärt: die Definition

Recruiting in der digitalen Welt ist vielfältig: E-Recruiting und Mobile Recruiting sind dabei besonders wichtig für einen langfristigen Unternehmenserfolg. So deckt Mobile Recruiting den gesamten Recruiting-Prozess über mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones ab – von der Ausschreibung der Stelle über die Bewerbung bis zur Auswahl der Kandidat:innen mit allen im Prozess eingebundenen Stakeholdern.

Mobile Recruiting kann über Apps und mobil optimierte Webseiten erfolgen. Mobile Recruiting sorgt bei den Kandidat:innen für ein niedrigschwelliges Angebot: Bewerbungen können schnell und einfach verschickt – und vom Unternehmen sofort weiterverarbeitet werden, da der gesamte Prozess digital verläuft.

Damit Mobile Recruiting seine volle Power entfalten kann, reicht keine Eins-zu-Eins-Übertragung der Desktop-Prozesse auf das Smartphone. Dafür braucht es eine passgenaue Gestaltung und Abstimmung aller Einzelschritte auf die Funktionalität der mobilen Endgeräte sowie auf das Nutzerverhalten mit diesen Devices.

Was versteht man unter E-Recruiting?

E-Recruiting deckt den gesamten Bereich des Bewerbermanagements über digitale Prozesse ab. Sie schalten Ihre Anzeigen online – und nicht mehr im Print. Sie verwalten die eingegangenen Bewerbungen nicht mehr in einer Excel-Liste, sondern möglichst in einer ganzheitlichen HR Software. E-Recruiting ist heute schon längst kein nice to have-Feature mehr, sondern ein unentbehrliches strategisches Instrument der Personalbeschaffung.

Beispiel für eine mobilgerechte Umsetzung von Recruiting: Eine Bewerberin findet auf ihrem Smartphone eine spannende Position. Sie möchte sich bewerben, hat aber ihren Lebenslauf nicht als Datei auf dem Smartphone gespeichert (wie übrigens die wenigsten Jobsuchenden). Was tun? Damit die Kandidatin ihre Bewerbung einfach und ohne technische Hürden bzw. einen Gerätewechsel abschicken kann, sollten Sie als HR ermöglichen, den in einem professionellen Netzwerk wie Linkedin oder XING hochgeladenen Lebenslauf einfach und schnell mit der Bewerbung verlinken zu können. Oder Sie bieten den Upload gleich über eine entsprechende Recruiting-App auf Ihrer mobil optimierten Karrierewebsite an.

Ihre Vorteile als HR? Sie erhalten mehr Bewerbungen und die Candidate Experience wird optimiert.

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Mobile Recruiting – Bedeutung und Potenzial

Eines ist sicher: Die Bedeutung von mobilen Aktivitäten im Recruiting nimmt immer mehr zu. Zahlreiche Belege dafür bietet die gemeinsame Studie der Universität Bamberg und von monster.de mit dem Titel „Recruiting Trends 2020“. So stimmten zum Beispiel rund 86 Prozent der befragten Unternehmen der Aussage zu, dass Mobiles Recruiting bereits heute schon einen hohen Stellenwert für Kandidat:innen hat. Rund 57 Prozent der befragten Unternehmen sprachen Mobile Recruiting eine hohe Bedeutung für Unternehmen selbst zu.

Weiterhin zeigt die Studie, dass sich das Nutzerverhalten bei der Stellensuche in den letzten Jahren stetig gewandelt hat – 2021 lag das Smartphone bereits bei 92 Prozent der Befragten im Media Activity Guide an erster Stelle der genutzten Endgeräte. Die tägliche Internetnutzung stieg auf 2,5 Stunden an. Mehr als 76 Prozent nutzten das Smartphone für die Stellensuche und mehr als 25 Prozent bewarben sich auch darüber. Tendenz stark steigend. Alles Indizien, die für einen starken strategischen Ausbau einer Mobile-Recruiting-Strategie sprechen. Insbesondere, wenn Organisationen Bewerber:innen der Generationen Y und Z punktgenau erreichen möchten.

Die „Recruiting Trends 2020“-Studie bezeichnet das Fehlen einer Mobile Recruiting-Strategie als echtes Unternehmensrisiko. Knapp zwei Drittel der Bewerber:innen würde die Stellensuche abbrechen, wenn es bei der mobilen Ansicht Darstellungsprobleme gäbe. Mehr als 85 Prozent der befragten Unternehmen befürchten, potenzielle Kandidaten zu verlieren, wenn sie kein Mobile Recruiting anbieten. Eine mobil optimierte Karriereseite ist deshalb Pflicht für Unternehmen.

Vorteile von Mobile Recruiting

Die Einrichtung von Mobile Recruiting bringt eine Reihe von Vorteilen für Unternehmen und Bewerber:innen mit sich.

Erhöhung der Reichweite durch eine für Mobilgeräte optimierte Darstellung der eigenen Karriereseite – Studien sprechen von bis zu 70 Prozent. Nur so können Bewerbungen mobil, schnell und unkompliziert eingereicht werden.

Erhöhung des Tempos im Bewerbungsprozess
Bewerber:innen können die Bewerbung mittels Anbindung an ihre Profile in beruflichen Netzwerken erstellen und müssen ihre Daten nicht erst mühsam händisch auf Smartphone oder Tablet eingeben. Vakante Stellen können in der Regel durch Mobile Recruiting schneller und passend besetzt werden.

Optimierte Ansprache für technisch fitte und interessierte Kandidat:innen
Die Top-Kandidat:innen auf dem Arbeitsmarkt erwarten heute ausnahmslos eine Mobile-Recruiting-Option von potenziellen Top-Arbeitgebern.

Positive Auswirkungen auf das eigene Employer Branding
Unternehmen, die dank Mobile-Recruiting-Strategie Modernität und Zukunftsfähigkeit ausstrahlen, stärken die Arbeitgebermarke im heiß umkämpften Kampf um Fachkräfte.

Verbesserung der Candidate Experience
Wenn mobil = unkompliziert bedeutet, wirkt sich das extrem positiv auf die Erfahrung der Kandidat:innen im Bewerbungsprozess aus, die diese dann auf Bewertungsplattformen positiv hervorheben. Die Folge: weitere Bewerbungen.

Bei all diesen Vorteilen ist es erstaunlich, dass Mobile Recruiting offensichtlich bei zahlreichen Unternehmen noch nicht im HR-Alltag angekommen ist. Denn viele Karriereseiten sind noch nicht für die mobile Nutzung optimiert. Verschaffen Sie sich jetzt durch Mobile Recruiting einen klaren Vorteil gegenüber dem Wettbewerber.

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Was sind die Nachteile von Mobile Recruiting?

Hoher Aufwand bei der Kandidat:innen-Auswahl
Je mehr Bewerbungen auf dem mobilen Weg eintrudeln, desto mehr unpassende Bewerber:innen können dabei sein – HR muss mehr Zeit in die Auswahl investieren.

Schwammige Aussagen
Beim Mobile Recruiting liegt die Würze in der Kürze – und es fehlen eventuell wichtige Details. Dementsprechend muss HR bei den Bewerber:innen nachhaken, um an weitere relevante Infos zu kommen.

Viele Nachfragen
Kommen Rückfragen, ist HR unter Druck, schnell und präzise zu antworten. Im Internet gelten andere Zeitregeln als im analogen Leben.

Gerade bei hoher Quantität im Recruiting können HR-Tools wirkungsvolle Unterstützer für den Personalbereich sein. Etwa mit automatisierten Eingangsbestätigungen oder auch über Chatbots, die klassische Rückfragen direkt digital beantworten können, ohne dass HR mit personellem Aufwand eingreifen müsste. Überall dort, wo Verwaltungsaufwand beim Bewerbungsmanagement entsteht, ist eine HR Software ein wirkungsvoller Lösungsansatz. Im Idealfall verfügt diese Software auch über eine CV-Parsing-Funktion, mit der Lebensläufe direkt auf passende Keywords gescannt werden können.

5 Tipps zum Mobile Recruiting

Damit Ihr Mobile Recruiting nachhaltige Erfolge bringt, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen.

1. Entwickeln Sie eine klare Strategie für Mobile Recruiting
Manchmal muss man als HR zwar einfach machen – aber beim Mobile Recruiting ist eine fundierte Vorbereitung besser. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Karriereseite responsiv programmiert ist, sich also je nach verwendetem Mobilgerät in der Darstellung optimal an das Endgerät anpasst. Damit reißen Sie die Haupthürde bei Bewerber:innen ein.

Klären Sie, ob es sich lohnt, das Mobile Recruiting mittel- und langfristig über eine eigene App zu steuern. Betrachten Sie unbedingt die damit verbundenen Kosten und den Zeitaufwand für die Implementierung. Machen Sie Ihre HRler unbedingt fit für die mobile Kommunikation – hier heißt es: schnell und präzise handeln und antworten.

2. Machen Sie Mobile Recruiting so einfach wie möglich
Achten Sie darauf, dass Kandidat:innen keine hohen Hürden beim Bewerbungsprozess nehmen müssen. Sie möchten, dass diese ihren Lebenslauf als PDF hochladen? Vergessen Sie’s. Die wichtigen Infos stehen am Ende Ihrer Stellenanzeige? Keine gute Idee. Der Text Ihrer Anzeige ist so lang, dass man erst nach mehrmaligem Daumenwischen am Ende ankommt? Suboptimal.

So sollten Sie stattdessen vorgehen: Denken Sie an mobile Kaufprozesse in Online-Shops und lernen Sie davon. Denn Kund:innen bzw. Bewerber:innen verzeihen keine unnötigen Aufwände. Einfach muss es sein – ohne technische Hürden oder komplizierte Navigation.

Ermöglichen Sie Bewerbungen über Messenger-Dienste oder über Sprachnachrichten oder Videobewerbungen – denn auch das Anschreiben verliert in digitalen Zeiten zunehmend an Bedeutung.

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3. Setzen Sie im Prozess auf Tempo
Sie haben auf Ihre Anzeige zahlreiche mobile Bewerbungen erhalten? Das ist ein guter Anfang – aber auch nicht mehr. Jetzt gilt es, das Tempo hochzuhalten. Sorgen Sie dafür, dass die Kandidat:innen so schnell wie möglich (same day delivery) ihre Bestätigungen erhalten. Mit automatisierten Antworten kein Problem. Hierbei helfen HR-Tools.

Best Practice IT-Unternehmen: Von der IT-Branche lernen, heißt siegen lernen. Zumindest dann, wenn es um Mobiles Recruiting geht. Denn mehr als 50 Prozent der IT-Unternehmen in Deutschland lassen die Bewerbung über Apps von Internet-Stellenbörsen zu.

4. Optimieren Sie Ihren Content für mobile Endgeräte
Nicht nur Ihre Webpräsenz sollte mobilen Ansprüchen genügen – auch der Content, also in diesem Fall die Informationen zur Position und Unternehmen, müssen für Mobile Recruiting optimiert sein. Ziehen Sie also die relevanten Infos heraus und bereiten Sie diese optisch ansprechend auf.

5. Nehmen Sie Mobile Recruiting ernst
Mobile Recruiting bedeutet in erster Linie gute Kommunikation. HR muss in den Kommunikationsprozess eingebunden werden und als Ansprechpartner stets sichtbar sein. Deshalb sind gute Recruiter auch in den beruflichen Netzwerken der Kandidat:innen aktiv unterwegs. Mobile Recruiting in Ihrem Unternehmen muss nach außen eine klare Bedeutung und Seriosität vermitteln.

Alle diese Tipps sorgen dafür, dass Ihr Unternehmen als modern, zukunftsgerichtet und offen wahrgenommen wird. Und wenn die ersten Bewerber:innen in ihren digitalen Netzwerken, auf Social Media oder auf Bewertungsplattformen positiv von ihren Erfahrungen berichten, haben Sie den perfekten Grundstein für ein erfolgreiches Mobile Recruiting gelegt.

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