Die Zukunft gehört den KI-Power-Usern – mit Dr. Teo Pham

Die Zukunft gehört den KI-Power-Usern – mit Dr. Teo Pham

Wir benötigen Ihre Zustimmung, um diesen Service zu laden!

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht offengelegt werden, nicht geladen werden.

Überall wo's Podcasts gibt

DE_Das HR Briefing: Listen on Spotify
DE_Das HR Briefing: Listen on Apple Podcasts
DE_Das HR Briefing: YouTube Music Logo
DE_Das HR Briefing: Deezer Das HR Briefing
DE_Das HR Briefing: Amazon Music_Das HR Briefing
DE_Das HR Briefing: RSS Logo

Folge 156: KI-Kompetenz wird zur Schlüsselqualifikation: Wer trägt die Verantwortung?

Generative KI verändert die Arbeitswelt schneller als jede Technologie zuvor. Während einige Mitarbeitende KI längst selbstverständlich im Arbeitsalltag einsetzen, arbeiten andere noch fast ausschließlich ohne sie. Die Folge: Obwohl beide dieselbe Rolle und Erfahrung haben, können ihre Produktivität und Arbeitsergebnisse heute massiv auseinandergehen.

Damit stellt sich eine entscheidende Frage:

Wer trägt eigentlich die Verantwortung dafür, dass Mitarbeitende KI-Kompetenzen aufbauen – Unternehmen oder jede:r Einzelne?

Genau dieser Frage widmet sich KI-Experte Dr. Teo Pham. Seine Antwort ist klar – und durchaus kontrovers.

KI ist keine Zusatzqualifikation mehr

Lange wurde KI als hilfreiches Werkzeug betrachtet. Heute entwickelt sie sich zunehmend zu einer grundlegenden Arbeitskompetenz.

Dr. Teo Pham argumentiert, dass Unternehmen KI nicht länger wie eine gewöhnliche Weiterbildung behandeln sollten. Stattdessen müsse KI-Kompetenz ähnlich selbstverständlich werden wie digitale Grundkenntnisse oder der Umgang mit Office-Software. Gleichzeitig betont er aber auch die Eigenverantwortung jeder einzelnen Person, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Produktivitätslücke wird größer – nicht kleiner

Ein zentrales Thema der Podcastfolge ist die wachsende Schere zwischen sogenannten Basic Usern und KI-Powerusern.

Während viele Mitarbeitende KI heute vor allem zum Schreiben von Texten oder als Sparringspartner nutzen, arbeiten Poweruser bereits mit KI-Agenten, automatisierten Workflows und komplexen Prozessen.

Die Konsequenz:

  • Mitarbeitende mit ähnlichem Lebenslauf erzielen plötzlich sehr unterschiedliche Ergebnisse.

  • KI-Kompetenz entwickelt sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

  • Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass individuelle Leistungsunterschiede deutlich sichtbarer werden.

Von Assistenten zu KI-Agenten: Die nächste Entwicklungsstufe

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Entwicklung sogenannter agentischer KI.

Im Unterschied zu klassischen Chatbots liefern KI-Agenten nicht nur Antworten oder Ideen. Sie können Aufgaben eigenständig ausführen – beispielsweise recherchieren, E-Mails vorbereiten, Webseiten bedienen oder komplette Prozesse übernehmen.

Dadurch verändert sich nicht nur die tägliche Arbeit einzelner Mitarbeitender, sondern auch die Art, wie Teams organisiert werden.

Warum HR jetzt besonders gefragt ist

Für HR ergeben sich daraus gleich zwei Aufgaben.

Zum einen kann KI viele administrative Prozesse beschleunigen – von der Erstellung von Stellenanzeigen bis hin zu wiederkehrenden Routineaufgaben.

Zum anderen wird HR selbst zum Treiber der Transformation. Denn Personalabteilungen müssen künftig:

  • KI-Kompetenzen im Unternehmen aufbauen,

  • passende Weiterbildungsprogramme entwickeln,

  • neue Skill-Anforderungen definieren,

  • Führungskräfte begleiten und

  • Mitarbeitende kontinuierlich befähigen.

Laut Dr. Teo Pham  reicht es dabei nicht aus, einmal jährlich ein KI-Training anzubieten. Da sich die Technologie permanent weiterentwickelt, müsse Lernen selbst Teil des Arbeitsalltags werden.

Reicht ein KI-Workshop aus?

Eine klare Antwort des Experten: Nein.

Statt einmaliger Schulungen empfiehlt Dr. Teo Pham  einen kontinuierlichen Lernansatz:

  • Grundlagen in strukturierten Bootcamps vermitteln

  • Regelmäßige Updates zu neuen Funktionen und Tools anbieten

  • Mitarbeitende zum eigenständigen Experimentieren motivieren

  • KI direkt in bestehende Arbeitsprozesse integrieren

Denn viele der leistungsstärksten Funktionen entstehen erst durch regelmäßige Nutzung und praktische Erfahrung.

Wer trägt die Verantwortung?

Genau an diesem Punkt wird die Diskussion besonders spannend.

Einerseits sollten Unternehmen die richtigen Voraussetzungen schaffen – beispielsweise durch geeignete Tools, Weiterbildungsangebote und klare Strategien.

Andererseits vertritt Dr. Teo Pham die Position, dass jede und jeder Einzelne Verantwortung für die eigene Entwicklung übernehmen muss. Wer darauf wartet, ausschließlich durch den Arbeitgeber weitergebildet zu werden, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Diese Haltung bildet einen der zentralen Diskussionspunkte der Podcastfolge.

Neue Karrierewege durch KI

Besonders spannend wird die Diskussion beim Thema Karriere und Vergütung.

Durch KI können einzelne Expert:innen deutlich produktiver arbeiten als bisher. Laut Dr. Teo Pham  entstehen dadurch neue Karrierebilder:

  • Fachkarrieren gewinnen an Bedeutung.

  • KI-Poweruser können einen deutlich größeren Wertbeitrag leisten.

  • Unternehmen müssen bestehende Vergütungsmodelle möglicherweise überdenken.

  • Führung ist künftig nicht mehr zwangsläufig der einzige Weg zu höherem Einkommen.

Diese Entwicklung könnte klassische Karrierepfade langfristig verändern.

Welche Kompetenzen werden künftig wichtiger?

Neben Fachwissen identifiziert Dr. Teo Pham zwei weitere Kompetenzfelder:

1. KI-Kompetenz

Wer KI effektiv einsetzen, Workflows automatisieren und Agenten sinnvoll steuern kann, verschafft sich einen deutlichen Vorsprung.

2. Human Skills

Je leistungsfähiger KI wird, desto wichtiger werden Fähigkeiten, die Maschinen nicht ohne Weiteres ersetzen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Kommunikation

  • Zusammenarbeit

  • Führung

  • Empathie

  • Kreativität

  • Beziehungsaufbau

Gerade diese Kombination aus Fachwissen, KI-Kompetenz und sozialen Fähigkeiten sieht Dr. Teo Pham  als entscheidend für die Zukunft der Arbeit.

Fazit: KI-Kompetenz wird zum Wettbewerbsfaktor

Das Gespräch mit Dr. Teo Pham macht deutlich: Die eigentliche Herausforderung besteht längst nicht mehr nur darin, Zugang zu KI zu haben. Entscheidend ist, wie gut Menschen sie im Arbeitsalltag einsetzen können.

Für Unternehmen bedeutet das, kontinuierliches Lernen strategisch zu verankern. Für Mitarbeitende bedeutet es, KI-Kompetenzen aktiv aufzubauen und regelmäßig weiterzuentwickeln.

Die Frage lautet daher nicht mehr, ob KI die Arbeitswelt verändert – sondern wie schnell Unternehmen und Mitarbeitende bereit sind, sich mit ihr weiterzuentwickeln.

Quellen:


“Das HR-Briefing" ist der wöchentliche HR-Podcast für Personaler:innen und Führungskräfte – powered by Personio.

Du hast Fragen, Feedback oder spannende Themen-Vorschläge? Kontaktiere uns unter: hr-briefing@personio.de

Alle aktuellen Folgen