Soft Skills: Definition, Beispiele und Training

Karrierpfad

Dass Soft Skills neben den Hard Skills das neue A und O sind, lernt man heutzutage bereits in der Schule. Auch aus Bewerbungsprozessen sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch was sind Soft Skills, welche Arten gibt es und wie unterscheiden sich Soft Skills von Hard Skills? Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie über Soft Skills wissen müssen. 

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Soft Skills sind als fachübergreifende Fähigkeiten und Charakterzüge definiert und das Gegenstück zu den Hard Skills – den Fachkompetenzen. Soft Skills werden zudem auch als soziale Kompetenz bezeichnet.

  • Soft Skills lassen sich in drei bis vier Arten klassifizieren: methodische, soziale, personale und (je nach Definition) kommunikative Soft Skills.

  • Soft Skills bilden sich begleitend zu den Lebenserfahrungen aus. Die Entwicklung beginnt bereits in den Kinderjahren, stoppt jedoch nie. Viele Soft Skills sind zudem gezielt trainierbar.

  • Die im beruflichen Umfeld wichtigsten Soft Skills nennt man auch Business Skills.

Definition: Was sind Soft Skills?

Der Begriff Soft Skills kommt aus dem Englischen und bedeutet wortwörtlich „weiche Fähigkeiten“. Das geläufigste deutsche Synonym für Soft Skills lautet „soziale Kompetenz“. Grundsätzlich versteht man unter Soft Skills „überfachliche“ persönliche Fähigkeiten und Eigenschaften, die dabei helfen, Herausforderungen unterschiedlichster Art zu bewältigen. Soft Skills sind somit das Gegenstück zu den sogenannten Hard Skills oder Fachkompetenzen. 

Im Berufsleben sind vor allem Soft Skills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Charisma, Diversitätskompetenz, Belastbarkeit und Resilienz, Adaptionsfähigkeit und Flexibilität, Entwicklungs- sowie Problemlösungsfähigkeit relevant. Diese besonders wichtigen „weichen“ Fähigkeiten werden auch unter der Bezeichnung Business Skillszusammengefasst.

4 Arten von Soft Skills

Soft Skills werden in drei bzw. vier verschiedene Ausprägungen unterteilt. Die methodischen, sozialen und personalen Soft Skills bilden dabei die Grundlage, während die vierte Soft-Skill-Art – die kommunikativen Soft Skills – abhängig von der Definition Anwendung findet.

Methodische Soft Skills

Methodische Kompetenzen ermöglichen oder vereinfachen das Lösen von Aufgaben und Problemen. Wer sie erlernt oder quasi als persönliches Talent besitzt, verfügt damit über entsprechende Methoden und Fähigkeiten. 

Gut zu wissen: Methodische Kompetenzen gelten als wesentliche Voraussetzung für den Erwerb von Fachkompetenzen.

Soziale Soft Skills

Beim Umgang mit anderen Menschen stellen soziale Soft Skills eine entscheidende Grundlage dar. Sie beeinflussen wesentlich, ob die Interaktion im Rahmen einer Zusammenarbeit vom Gegenüber als harmonisch und positiv oder unharmonisch und negativ wahrgenommen wird und ob grundsätzlich Sympathie entsteht. Denn nur diejenigen, die über ausgereifte soziale Soft Skills verfügen, sind optimal dazu in der Lage, sich in die Gesprächs- oder Arbeitspartner:innen hineinzuversetzen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

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Personale Soft Skills

Zu den personalen bzw. persönlichen Soft Skills gehören diejenigen fachübergreifenden Fähigkeiten, die sich auf die eigene Person beziehen. Die persönlichen Soft Skills sind sehr stark mit dem eigenen Charakter verknüpft, denn sie basieren maßgeblich auf vergangenen Erfahrungen. Darüber hinaus sind sie in der Regel allerdings auch durch Normen, Werte und selbst gesetzte Ziele beeinflussbar.

Kommunikative Soft Skills

Die kommunikativen Soft Skills sind eng mit den übrigen drei Arten von Soft Skills verwoben, weswegen sie den anderen Soft-Skill-Arten häufig nur zugeordnet und nicht separat aufgelistet werden. Kommunikative Fähigkeiten beeinflussen vor allem, wie leichtgängig die Kommunikation mit anderen Menschen abläuft und ob Kommunikationsziele erreicht werden.

Soft Skills: Beispiele

Soft-Skills-Listen sind nahezu beliebig erweiterbar und eine exakte Einteilung in die vier Arten ist nicht immer eindeutig. Die folgende Tabelle enthält zahlreiche Beispiele für Soft Skills und liefert gleichzeitig eine Aufstellung besonders nützlicher Soft Skills für den Alltag sowie fürs Berufsleben.

Methodische Soft Skills

Soziale Soft Skills

Personale Soft Skills

Kommunikative Soft Skills

Analytische Fähigkeiten

Aufgeschlossenheit

(Rasche) Auffassungsgabe

Aktives Zuhören

Ausdauer, Beharrlichkeit

Delegationsbereitschaft

Ehrgeiz, Selbstmotivation

Begeisterungsfähigkeit

Belastbarkeit

Diversitätskompetenz

Eigeninitiative, Selbstständigkeit

Durchsetzungsvermögen

Deduktionsfähigkeit 

Emotionale Intelligenz

Entscheidungsfähigkeit

Wissensvermittlung

Zeit- und Selbstmanagement

Empathie

Entwicklungsfähigkeit

Gesprächs- und Verhandlungsführung

Führungskompetenz

Integrationsbereitschaft

Flexibilität

Gestik und Mimik

Innovationsfähigkeit

Interkulturelle Kompetenz

Frustrationstoleranz

Kommunikationsfähigkeit

Medienkompetenz

Konfliktlösungsfähigkeit

Leidenschaft, Engagement

Motivationsfähigkeit

Organisationsvermögen

Kooperationsbereitschaft

Lernbereitschaft

Rhetorik, sprachliche Gewandtheit

Präsentationstechniken

Kritikfähigkeit

Neugierde

Verhandlungskompetenz

Problemlösungskompetenz

Mediation

Selbstbewusstsein

Überzeugungsvermögen

Sorgfältigkeit/Sorgfalt

Menschenkenntnis

Selbstdisziplin, Fokussierung

Umgangsstile

Strategisches Denken

Teamfähigkeit

Selbstkritik, Selbstreflexion

Strukturiertes und zielorientiertes Arbeiten

Zuverlässigkeit

Zielstrebigkeit

Stressresistenz

Verantwortungsbewusstsein

Die wichtigsten Soft Skills 

Bezüglich des Erlernens und Ausbildens von Soft Skills gilt das Motto „Eine gesunde Mischung macht’s“. Zusätzlich lässt sich festhalten, dass viele Soft Skills miteinander harmonieren und sich mitunter sogar gegenseitig verstärken – wie beispielsweise Ausdauer und Frustrationstoleranz. Die als Business Skills bezeichneten Soft Skills sind dabei als ein Pool der im Berufsleben wichtigsten Soft Skills zu verstehen und vereinen teilweise gleich mehrere Soft Skills in sich::

Kommunikationsfähigkeit 

Die Fähigkeit, Informationen klar und direkt auszutauschen, ist für eine effiziente und zielgerichtete Arbeitsweise unabdingbar. Gerade im Rahmen von Teamarbeit kommt es darauf an, Probleme offen zu kommunizieren, Lösungen gemeinsam zu erarbeiten und Erfolge miteinander zu feiern. Der Soft Skill der Kommunikationsfähigkeit wird beispielsweise durch das Beherrschen von Rhetorik, Gestik und Mimik noch weiter verfeinert. 

Gut zu wissen: Neben der gesprochenen Sprache gehört auch das Kultivieren der Schriftform zur Kommunikationsfähigkeit.

Teamfähigkeit

Die Teamfähigkeit – also die Fähigkeit zu erfolgreichem Teamwork – zählt zu den wichtigsten Business Skills im modernen Unternehmensumfeld. Denn der Weg zum Projekterfolg führt unweigerlich über einen wertschöpfenden Austausch zwischen Kolleg:innen. Die Teamfähigkeit ist außerdem eng mit der Kommunikationsfähigkeit und weiteren sozialen und kommunikativen Soft Skills verknüpft.

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Charisma

Charisma ergibt sich aus einer Kombination verschiedener Soft Skills. Als zuträglich für eine charismatische Persönlichkeit gelten vor allem personale Soft Skills wie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Gepaart mit Empathie, Aufgeschlossenheit und einer gesunden Portion Menschenkenntnis verhelfen sie zu einem charismatischen Auftritt. Das eigene Charisma ist schwer zu trainieren und erfordert häufig einen langen persönlichen und beruflichen Weg – einmal erlangt, ist es dafür umso wertvoller. Auf der Basis eines positiven Charismas werden auch gleichzeitig soziale und kommunikative Soft Skills verstärkt.

Diversitätskompetenz

Die Globalisierung nimmt kontinuierlich zu und die internationale Zusammenarbeit floriert. Im gleichen Zug gewinnt der Soft Skill Diversitätskompetenz immer mehr an Bedeutung. Fremden Menschen, Gepflogenheiten, Kulturen und Ideologien mit Empathie, Aufgeschlossenheit und Respekt entgegenzutreten, ist das A und O jeder nationalen und internationalen Unternehmensstruktur. Natürlich bedeutet das nicht, die eigenen Überzeugungen ohne jegliche Selbstreflexion über Bord werfen zu müssen. 

Belastbarkeit und Resilienz

Am Arbeitsplatz wird es auch mal stressig. Die Gabe, in jeder Lage einen kühlen Kopf zu bewahren, bewirkt wahre Wunder. Es erstaunt also nicht, dass auch die Belastbarkeit einen hohen Stellenwert unter den Business-Kompetenzen einnimmt. Die richtige Mischung aus Belastbarkeit und Resilienz hilft dabei, nicht nur selbst stets Ruhe zu bewahren, sondern diese auch auszustrahlen und idealerweise auf Kolleg:innen zu übertragen. Gerade bei der Auswahl von Führungskräften ist auf diese Qualitäten besonderer Wert zu legen, damit Unternehmen auch in wackeligen Zeiten auf einer stabilen Grundlage Halt finden. 

Adaptionsfähigkeit und Flexibilität

Auf sich verändernde Umstände flexibel und angepasst reagieren zu können, stellt einen bedeutsamen unternehmerischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz dar – und gelingt vor allem auf Basis von Adaptionsfähigkeit. Mitarbeiter:innen mit einer ausgereiften Anpassungsfähigkeit sind in der Lage, sich auch für unbekannte Prozesse und Themengebiete zu begeistern, und neigen darüber hinaus zu Aufgeschlossenheit, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen.

Entwicklungsfähigkeit

Mitarbeiter:innen, die Initiative zeigen, glänzen oft durch eine ebenso rasche Auffassungsgabe – ideale Voraussetzungen für eine hohe Entwicklungsfähigkeit. Erweisen sich kurzfristige Schwankungen nämlich als dauerhafte Veränderungen, braucht es Angestellte, die einerseits über ein großes Maß an Adaptionsfähigkeit verfügen und dabei gleichzeitig dazu imstande sind, sich vollständig auf neue Verfahrensweisen und Arbeitsabläufe einzulassen.

Problemlösungsfähigkeit und Ideenfindung

Ein entscheidender Vorteil der Digitalisierung besteht darin, dass immer mehr Aufgaben automatisiert bearbeitet werden können – Probleme treten jedoch weiterhin auf. Auf diese gilt es schnell und effizient zu reagieren. Die Fähigkeit zu lösungsorientierter, innovativer Kreativität sowie zu analytischem und kritischem Denken garantiert eine vielversprechende Basis. Und eine gesunde Portion Ausdauer sowie Beharrlichkeit sind das Tüpfelchen auf dem i.

Soft Skills trainieren

Ein:e Mitarbeiter:in verfügt über bestimmte Soft Skills nicht oder beherrscht sie nur unzureichend? Kein Problem, derartige Defizite können mithilfe von Soft-Skill-Training gezielt angegangen werden. Spezielle Schulungen und Weiterbildungen tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, indem sie den Lernprozess beschleunigen. Natürlich geht das Training bei bestimmten Soft Skills leichter vonstatten als bei anderen

Das hängt einerseits vom Soft Skill selbst, aber auch von der individuellen Veranlagung der betreffenden Person ab. So wird zum Beispiel Erzieher:innen das Trainieren sozialer Soft Skills sehr leichtfallen, da eine große Überschneidung mit der beruflichen Tätigkeit vorhanden ist und wahrscheinlich bereits eine erhöhte soziale Kompetenz besteht.

Soft Skills vs. Hard Skills

Dass sich Soft Skills von Hard Skills unterscheiden, ist offensichtlich. Doch wo genau liegen die Unterschiede? Hard Skills (engl.: „harte Fähigkeiten“) verkörpern für ein Berufsbild vorausgesetzte Fachkompetenzen. Sie sind erlern- und nachweisbar. Man erlernt sie beispielsweise in der Schule, während der Ausbildung, im (Selbst-)Studium oder Beruf. Ihr Beherrschungsgrad wird in der Regel anhand von Noten, Punktzahlen oder einer anderen Wertung aufgeschlüsselt. Die Nachweisbarkeit erfolgt im Normalfall über Zeugnisse und Zertifikate. Beispiele für Hard-Skill-Nachweise sind:

  • Abschlusszeugnisse

  • (Berufs-)schulische oder akademische Abschlüsse

  • Sprachzertifikate

  • Seminare, Fort- und Weiterbildungen (z. B. durch Teilnahmebestätigung)

Demgegenüber können Soft Skills nur schwer nachgewiesen werden. Sie werden ge- und erlebt. Im beruflichen Kontext erlangt man Kenntnis von Soft Skills einer Person vor allem durch deren Auftreten und im täglichen Miteinander. Um bereits im Bewerbungsprozess gewünschte Soft Skills abzufragen, ist das Assessment Center eine geeignete und beliebte Methode. Ansonsten liefern auch die Bewerbungsunterlagen sowie angehängte Arbeitszeugnisse erste Auskünfte über vorhandene oder fehlende Soft Skills.

Gut zu wissen: Neben den Soft und Hard Skills gibt es auch die sogenannten Meta Skills. Meta Skills stehen Soft Skills sehr nahe und bilden von daher keine von ihnen unabhängige, eigene Kategorie. Im Gegenteil, man könnte sie eher als Soft Skills „höherer Ordnung“ bezeichnen, denn sie liefern die Basis für das Ausbilden konkreter Hard Skills. Als Beispiele für Meta Skills gelten Kreativität, Sorgfalt, Eigenverantwortung, Lernbereitschaft, Adaptionsfähigkeit und Belastbarkeit.

FAQ

Was sind Beispiele für Soft Skills?

Soft Skills werden im täglichen Leben erlernt und prägen Auftritt und Charakter einer Person. Beispiele für Soft Skills sind 

  • Sprachgewandtheit

  • Belastbarkeit

  • Kritikfähigkeit

  • Eigenverantwortung

  • Organisationstalent

Bestehen Schwächen bei Soft Skills, können diese gezielt trainiert werden.

Welche sind die wichtigsten Soft Skills?

Die wichtigsten Soft Skills im Berufsleben heißen Business Skills. Diese beinhalten unter anderem Kommunikations- und Teamfähigkeit, Charisma, Diversitätskompetenz, Belastbarkeit und Resilienz, Adaptionsfähigkeit und Flexibilität, Entwicklungs- sowie Problemlösungsfähigkeit.

Was sind Soft Skills im Beruf?

Überfachliche Kompetenzen werden als Soft Skills bezeichnet und sind im Berufsleben ausgesprochen wichtig. Die Bezeichnung Business Skills vereint all diejenigen Soft Skills, die auf beruflicher Ebene besonders relevant sind. In Kombination mit den benötigten Hard Skills gewährleisten vorhandene Business Skills optimale Bedingungen für Erfolg im Berufsleben.

Welche Soft Skills erwarten Arbeitgeber? 

Arbeitgeber erwarten in allererster Linie wertschöpfende Soft Skills, die das Arbeitsverhalten positiv beeinflussen. Die dafür notwendigen Soft Skills schwanken in Abhängigkeit von Branche, Firmenstruktur und individuellen Bedürfnissen. Allgemein ist festzuhalten, dass Arbeitnehmer:innen möglichst viele Business Soft Skills mitbringen sollten.

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