Personalabteilungen im deutschen Mittelstand sind unterdigitalisiert

+++ Nur 8 % der HR-Abteilungen sind (fast) vollständig digitalisiert
+++ 4 von 10 Personalern sind im Job unzufrieden
+++ 42 % ihrer Zeit verbringen Personaler mit Verwaltungsaufgaben
+++ Die Digitalisierung fördert den Rollenwechsel und ermöglicht HR zum Erfolgstreiber zu werden

München, 2. März 2020 – Deutsche Personalabteilungen haben Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung: In mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen kommen bislang nur wenige HR-Tools zum Einsatz (54 %). Das macht sich am zeitlichen Aufwand für administrative Tätigkeiten bemerkbar: 42 Prozent ihrer Zeit, also 17 Stunden pro Woche verwenden Personaler dafür; neun von zehn der befragten Personaler halten diesen für zu hoch (89 %). Mit zunehmender Digitalisierung bleibt hingegen mehr Zeit für individuelle Personalentwicklung und strategische Initiativen. Die Rolle des Personalers wandelt sich so vom schlichten Sachbearbeiter zum strategischen Partner der Geschäftsführung und damit zum Erfolgstreiber im Unternehmen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Studie, durchgeführt von Bitkom Research im Auftrag von Personio (www.personio.de), der ganzheitlichen HR-Software für kleine und mittelständische Unternehmen. 

Verwaltungswahnsinn drängt Personaler in die Sachbearbeiter-Rolle
Als Hauptgrund für die Wahl ihres Berufs gab die Mehrheit an, dass sie gerne mit Menschen zusammenarbeitet (62 %). Für kaum weniger Befragte ist die Mischung aus operativer und strategischer Arbeit (61 %) ein Grund für die Jobwahl. Der Arbeitsalltag scheint häufig jedoch von anderen Tätigkeiten geprägt zu sein, denn für mehr als jeden Vierten bleibt die Berufspraxis hinter den Erwartungen zurück (28 %). Statt am langfristigen Erfolg des Unternehmens zu arbeiten, widmen sich Personaler im Schnitt 42 Prozent der Arbeitszeit rein administrativen Aufgaben. Besonders kleine Unternehmen leiden unter dem Admin-Wahnsinn: HRler in Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern verbringen durchschnittlich 13 Tage mehr im Jahr mit Verwaltungsaufgaben als ihre Kollegen in Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern.

HR-Software verschafft Personalern mehr Zeit für Menschen und strategische Themen
Personaler finden sich so hauptsächlich in der Rolle des Sachbearbeiters wieder und kommen kaum zu ihrer eigentlichen Aufgabe: Mitarbeiter weiterzuentwickeln und das Unternehmen voranzubringen.

Einen Ausweg scheint der Einsatz von HR-Software darzustellen. Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, dass der Einsatz von HR-Software ihnen mehr Zeit für Mitarbeiter und Bewerber schenkt bzw. schenken würde (54 %). An zweiter und dritter Stelle folgen die Möglichkeit, ortsungebunden zu arbeiten (44 %) und das Wegfallen sich regelmäßig wiederholender Tätigkeiten (36 %). Knapp jeder Dritte gibt an, digitale Tools würden ihn oder sie effizienter machen (31 %). 

Digitale HR-Tools haben im deutschen Mittelstand bisher selten Einzug gehalten
Obwohl großer Bedarf an HR-Software vorhanden ist, hat mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bislang nur wenige HR-Prozesse digitalisiert (54 %). Nur 6 bzw. 2 Prozent der Unternehmen haben die meisten bzw. alle HR-Prozesse digitalisiert. Dabei gibt es deutliche Unterschiede je nach Größe des Unternehmens: Fast keines der befragten Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern hat alle HR-Prozesse digitalisiert (0,4 %). Von den Unternehmen mit 100 bis 199 Mitarbeitern haben 8 Prozent alle Prozesse digitalisiert; von den Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern sind es 30 Prozent.

“Gerade Personaler im Mittelstand müssen künftig eine neue Rolle einnehmen, um Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel entgegentreten zu können: Sie entwickeln sich vom Sachbearbeiter hin zum strategischen Partner für Geschäftsführung und Führungskräfte. Unsere Studie zeigt, dass HR-Verantwortliche zu viel Zeit mit administrativen Aufgaben verbringen. Zeit, die sie sinnvoller in wertschöpfende Aufgaben, wie das Aufsetzen von Mitarbeiterbindungs- und -entwicklungsprogrammen investieren könnten. Indem HR-Abteilungen ihre Prozesse digitalisieren, schaffen sie sich Freiraum für diese Aufgaben, die direkt auf den Unternehmenserfolg einzahlen”, so Hanno Renner, Mitgründer und CEO von Personio. 

Weitere Studienergebnisse finden Sie in dieser Präsentation: https://www.personio.de/hr-wissen/downloads/studie-traumberuf-hr/download/ 

Über die Studie:
Die Befragung wurde von Bitkom Research im Auftrag der Personio GmbH im Oktober / November 2019 telefonisch durchgeführt. Befragt wurden 502 Personaler. Die Studie ist repräsentativ für mittelständische Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern der deutschen Wirtschaft (exkl. Landwirtschaft und öffentlichem Sektor).

Über die Personio GmbH:
Personio ist die ganzheitliche HR-Software für kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitern. Der Software-Anbieter mit Sitz in München, Madrid und London hat es sich zum Ziel gesetzt, Personalprozesse schneller, übersichtlicher und effizienter zu machen. So haben HR Manager wieder Zeit, sich auf das wertvollste Gut erfolgreicher Unternehmen zu konzentrieren: die Mitarbeiter. Zu diesem Zweck entwickelt Personio eine All-in-One Software-Lösung für Recruiting, Personalverwaltung und Lohnabrechnung. Fast 2.000 Kunden in über 40 Ländern setzen Personio bereits erfolgreich ein.

Die Tech-Beratung GP Bullhound nahm Personio 2019 in eine Liste von 50 europäischen Start-ups auf, denen in den kommenden zwei Jahren eine Milliardenbewertung und damit der Unicorn-Status zugetraut wird.

Weitere Informationen finden Sie auf www.personio.de