Wenn Leistung zur Effizienzfalle wird

Wenn Leistung zur Effizienzfalle wird

Krank zur Arbeit kommen, am Wochenende arbeiten und sich noch ein zehntes Projekt ans Bein binden: In Deutschland herrscht eine Leistungsmentalität. Und die wird schnell zum Leistungsdruck. Was aber passiert, wenn Unternehmen Mitarbeiter nur noch als Leistungsmaschinen sehen, erklärt Frédéric Letzner in diesem Artikel.

Hört auf, nur auf Leistung zu schauen

Vor allem in der heutigen Zeit gibt es für Unternehmen nichts Wichtigeres als Mitarbeiterzufriedenheit. Doch viele verpassen es, auf die Bedürfnisse und vor allem die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schauen. In diesem Video zeigt Frédéric Letzner, warum Unternehmen die Warnsignale ihrer Mitarbeiter ernst nehmen müssen.

Hier sieht Frédéric Letzner vor allem bei Unternehmen Handlungsbedarf. Denn die geben den Takt an. Mitarbeiter arbeiten viel und opfern sich teilweise auf. Dieser Perfektionismus ist zu einem richtigen Risikofaktor für Unternehmen geworden. Denn die Effizienz im Unternehmen leidet, wenn Mitarbeiter sich krank oder am Rande ihrer Kraft in die Arbeit schleppen.

Was muss sich ändern?

Das Wohlbefinden der Mitarbeiter muss im Vordergrund stehen. Mitarbeiter dürfen sich nicht mehr zu sehr über ihre Leistung identifizieren. Vielmehr muss der Mensch wieder in den Fokus rücken. Wenn nur die Leistung im Fokus steht, geht der Schuss früher oder später nur nach hinten los.

Laut einer Studie von ADP glauben rund 60 Prozent der befragten Arbeitnehmer, dass ihr Arbeitgeber nicht oder nur oberflächlich an ihrem seelischen Wohlbefinden interessiert ist. Quelle: humanresourcesmanager.de

Klar ist es wichtig, auf Zahlen, Daten und Fakten zu schauen. Im Endeffekt, so Frédéric Letzner, läuft es aber sogar besser, wenn nicht mehr nur die Leistung im Mittelpunkt steht. Deswegen hier der Appell an alle Personaler: Setzt den Mitarbeiter als Menschen ins Zentrum, fokussiert euch mehr auf deren Emotionen und schafft Empathie.

Es ist eine Sache der Haltung

Unternehmen müssen erkennen, dass Mitarbeiter ihr wertvollstes Gut sind. Und dieses Gut sollte gepflegt werden. Aber wie? Unternehmen, hier sind vor allem Personaler in der Verantwortung, müssen Mitarbeitern zu verstehen geben, dass sie auch mal schwach und krank sein dürfen.

Gesund führen, ist ein ganz großes Thema, bei dem Mitarbeiter auch wieder Wertschätzung und Dankbarkeit erfahren.

Mitarbeiter sollten ein Gespür dafür bekommen, dass sie sein dürfen, wie sie sind. Dafür sollte HR sie schulen. Es geht dabei um Themenbereiche wie emotionale Intelligenz, Gesundheitspsychologie und Förderung von Zufriedenheit. Personaler sollten hierfür zunächst bei sich, im Team und in der Kommunikation untereinander ansetzen.

Bei wem kann man sich was abschauen?

Weniger Krankheitstage und zufriedene Mitarbeiter: Welches Unternehmen arbeitet nicht an diesen zwei Zielen. Vor allem das betriebliche Gesundheitsmanagement und Unternehmen, bei denen es ganzheitlich darum geht, das Wohlbefinden von Mitarbeitern zu steigern (etwa durch Feelgood Management), scheint das zu gelingen.

Jedes Unternehmen hat den Krankenstand, den es verdient.

Eine herbe Aussage, die Frédéric durchaus unterstreicht. Denn sie zeigt, dass Unternehmen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter selbst in der Hand haben. Maßnahmen dazu können unterschiedlich aussehen. In diesem Artikel haben wir für Sie die wichtigsten zusammengefasst.

>> Maßnahmen für Mitarbeiterbindung: Wie Unternehmen Leistungsträger halten

Ein offener Umgang mit Schwäche und Krankheit

Fakt ist: Mitarbeiter dürfen auch mal krank sein. Frédéric Letzner spricht in diesem Zusammenhang vom Heldendilemma. Bedeutet: Menschen versuchen wie Maschinen zu funktionieren, ignorieren sämtliche Bedürfnisse und Körpersignale und kippen dann irgendwann um.

Wenn Mitarbeiter frühzeitig ihre Körpersignale und Bedürfnisse erkennen können und das auch kommunizieren dürfen, dann achten sie mehr auf sich und bleiben dem Unternehmen länger erhalten.

HR kann dabei unterstützen und selbst besser erkennen, wann Zeit zu handeln ist. Provozieren Sie eine geführte Eskalation. Das wird unangenehme Themen an die Oberfläche bringen und Mitarbeiter aus ihrer Komfortzone locken. Sie werden auf diese Weise schnell merken, bei welchen Themen Mitarbeiter ihre Rationalität verlieren und emotional werden.

Marina Buller

Marina ist Content Marketing Manager bei Personio und hat sich ganz HR- und Recruiting-Themen verschrieben. Bereits nach ihrem Master-Studium im schwedischen Lund sammelte sie HR Insights während ihrer Arbeit bei XING. Diese Erfahrungen lässt sie nun in ihre Texte einfließen – immer nach Personios Devise “Personalarbeit vereinfachen”.