Burnout im HR: 3 Expertentipps, um Stress zu reduzieren

Die Burnout-Gefahr im HR Team steigt: 94 % aller Personalverantwortlichen fühlten sich in den letzten sechs Monaten überfordert. Was also, wenn es das HR Team trifft – das Team, das selbst für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden sorgt und zugleich im Angesicht von Fachkräftemangel & Co. eine businesskritische Rolle spielt? 

In diesem Artikel verrät HR-Experte Trevor Merriden, mit welchen Strategien HR die eigene mentale Gesundheit fördern kann.

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Burnout im HR – ein Tribut der neuen Arbeitswelt?

Für die Personalabteilung ist Burnout eine doppelte Herausforderung: Von den Personalfachleuten wird nicht nur erwartet, dass sie mit dem Burnout anderer Mitarbeiter:innen umgehen, sondern auch, dass sie ihr eigenes Burnout-Risiko in Schach halten. Dabei ist gerade innerhalb der Personalabteilung die Gefahr auszubrennen hoch.

Die Pandemie hat tiefgreifende Veränderungen ausgelöst, HR musste reagieren – bis zur Erschöpfung: verstärkter Fachkräftemangel, Kündigungswelle durch veränderte Prioritäten, Remote– und Hybrid-Modelle – um nur ein paar Faktoren zu nennen.  Eine aktuelle Umfrage des Top Employers Institute ergab, dass sich fast alle (98 %) der Personalfachleute ausgebrannt fühlen. Was können Ihre HR-Teams also für sich selbst tun?

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Strategie Nr. 1: Sicheres Gesprächsumfeld schaffen – und zuhören

Personalverantwortliche sind Menschen wie alle anderen. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch HR-Verantwortliche gegenseitig zuhören – so wie sie es auch bei anderen Mitarbeiter:innen tun würden. Vor allem Personalleiter müssen die Ohren spitzen. Sie müssen nicht nur empathisch reagieren, sondern proaktiv das ehrliche Gespräch mit ihren Team-Mitgliedern suchen.

Außerdem müssen sie für sich selbst ein psychologisch sicheres Umfeld schaffen, in dem sie frei über die Auswirkungen ihrer Arbeit auf ihre psychische Gesundheit sprechen können.

“In unserem Unternehmen setzen wir Techniken wie anonyme Live-Feedback-Folien bei Präsentationen ein. Und wir achten auf jede Rückmeldung”.

– Sarah Fern, Chief People Officer von Velocity Global

Strategie Nr. 2: Mit gutem Beispiel vorangehen

Als diejenigen, die Mitarbeitende jeden Tag unterstützen, sollte HR selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Das bedeutet: Selfcare praktizieren. Personal-Chef:innen, die nachts noch E-Mails verschicken, denken bei sich vielleicht, dass sie ihre Arbeitszeit flexibel nutzen. Allerdings könnte ihr Handeln jüngere Kolleg:innen dazu veranlassen, ihnen nachzueifern.

Satnam Sagoo, Associate Chief People Officer am Imperial College, Healthcare NHS Trust, bringt es auf den Punkt: 

“Wir müssen uns die Erlaubnis zurück geben, Auszeiten zu nehmen.”

Bei ihrer früheren Tätigkeit bemerkte Satnam Sagoo, dass immer mehr Online-Meetings aufeinander folgten. “Also beschlossen wir, jeden Tag zu einer bestimmten Zeit eine ‘Zap Zoom’-Regelung einzuführen, um jedem eine Stunde Zeit zu geben. Die Richtlinie hat sich durchgesetzt. Manchmal ist es am besten, im Unternehmen mit gutem Beispiel voranzugehen.”

Strategie Nr. 3: Von Technologien unterstützen lassen

Können Technologien helfen, das Gefühl der Überforderung zu mindern? Ja! Denn eigene Arbeitsweisen lassen sich anhand von Daten analysieren und verbessern. Außerdem “zeigen sie deutlich, wo Ressourcen für die zu erledigenden Aufgaben fehlen und wo Lösungsansätze liegen”, so Jonny Gifford, Senior Researcher beim britischen HR-Netzwerk CIPD.

Auf je mehr Daten die Personalabteilung zugreifen kann, um eigene Potenziale und Schwachstellen zu verstehen, desto besser kann sie auch andere Abteilungen unterstützen. Die HR-Abteilung könne eine effektive Personalstrategie entwickeln, wenn sie Daten interpretieren kann, sagt Sarah Fern. “ Wir müssen Technologien nutzen, um Zusammenhänge besser zu verstehen – und genau dafür müssen wir Zeit gewinnen”.

HR-Burnout bekämpfen: Ihre Key Takeaways

Burnout unter HR-Verantwortlichen ist eine große Herausforderungen, denn als Anlaufstelle für Mitarbeitende, als Talent-Detektive und interne Change Maker halten sie das Unternehmen am Laufen. Umso wichtiger ist es für HR Teams…

  • Im eigenen Team proaktiv zuzuhören
  • Best Practices für sich selbst anzuwenden
  • Sich durch Technologien in der täglichen Arbeit unterstützen zu lassen.

Arbeitgeber, die hier unterstützen, werden ihre HR-Talente halten können – in einer wichtigen Zeit, in der der Rest des Unternehmens ihre Fähigkeiten am dringendsten braucht.

Über den Autor

Trevor Merriden war 15 Jahre lang als Journalist tätig – u.a. bei Management Today und als Chefredakteur beim HR Magazine. Heute ist er Gründer und MD von Merriborn Media, betreibt den Merri-Cast podcast und arbeitet als Associate Director bei 10Eighty.

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