Repräsentative Umfrage von Personio zeigt: Fehlende Personalstrategie während der Pandemie sorgt für drohende Kündigungswelle und Produktivitäts-Flaute

Study PM

+++ 45 Prozent der Mitarbeitenden wollen in den nächsten 6 bis 12 Monaten den Job wechseln

+++ 29 Prozent der Mitarbeitenden geben an, ihre Produktivität habe im Zuge der Pandemie abgenommen

+++ HR-Entscheider:innen schätzen die Gründe für geplante Kündigungen und Produktivitätsverlust teilweise falsch ein

München, 02. Juni 2021 – Der Krisenmodus des vergangenen Jahres hat in vielen Unternehmen kaum Zeit für eine effektive Personalstrategie gelassen. Als Folge ist die Produktivität während der Pandemie eingebrochen und zahlreiche Mitarbeitende planen den Jobwechsel. So die Ergebnisse einer Umfrage unter 2.000 Mitarbeitenden und 500 HR-Entscheider:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, im Auftrag von Personio, der führenden All-in-one HR-Software für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Umfrage zeigt, dass Personalabteilungen dringend umsteuern müssen und den Fokus der nächsten zwölf Monate auf das legen sollten, was Unternehmen erfolgreich macht: die Mitarbeitenden. Und diese wünschen sich insbesondere mehr Wertschätzung, Unterstützung und weniger digitale Tools.

Drohende Kündigungswelle

Die größte Gefahr droht Unternehmen durch eine anstehende Kündigungswelle. Fast jede:r zweite Arbeitnehmer:in (45 %) möchte entweder in den nächsten sechs (13 %) oder zwölf Monaten (15 %) oder sobald sich die Wirtschaft erholt hat (17 %) den Job wechseln. Doch nur etwa vier von zehn Arbeitgeber:innen sind sich dessen bewusst: 39 Prozent befürchten, dass Mitarbeitende kündigen, sobald sich der Arbeitsmarkt erholt hat. Und so hat die Mitarbeiterbindung auch nur bei 34 Prozent der HR-Entscheider:innen in den kommenden 12 Monaten hohe Priorität.

Auch wenn es um die Ursachenforschung für mögliche Kündigungen geht zeigt sich, dass Personaler:innen ihre Mitarbeitenden teilweise falsch einschätzen. So glauben sie, dass vor allem Entlassungen von Kolleg:innen (27 %), Kurzarbeit (24 %) und eine schlechte Work-Life-Balance (23 %) zu Kündigungsplänen führen. Mitarbeitende beklagen sich hingegen neben der schlechten Work-Life-Balance (24 %) hauptsächlich über fehlende Aufstiegsmöglichkeiten (30 %) und mangelnde Wertschätzung für die eigene Arbeit (25 %). 

Top 5-Kündigungsgründe aus HR-Sicht:

  • Entlassungen von Kolleg:innen – 27 %
  • Kurzarbeit – 24 %
  • Schlechte Work-Life-Balance – 23 %
  • Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten – 21 %
  • Gehaltskürzungen – 20 %

Top 5-Kündigungsgründe aus Sicht der Mitarbeitenden:

  • Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten – 30 % 
  • Mangelnde Wertschätzung für die eigene Arbeit – 25 %
  • Schlechte Work-Life-Balance – 24 %
  • Schlechtes Management – 18 %
  • Kurzarbeit – 17 %

Produktivitäts-Flaute

Auch bei der Frage, wie sehr die Pandemie die Produktivität in Unternehmen beeinflusst hat, zeigt sich die unterschiedliche Wahrnehmung von Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen. Vier von zehn Angestellten (42 %) geben an, dass die Pandemie sie bei der Arbeit produktiver gemacht habe. Gleichzeitig sagen 29 Prozent von sich, ihre Produktivität hätte eher gelitten. Arbeitgeber:innen sind in der Rückschau deutlich optimistischer und überschätzen die Produktivität der eigenen Teams. Mehr als die Hälfte (55 %) glaubt, einen Anstieg der Mitarbeiterproduktivität festgestellt zu haben. 29 Prozent sieht einen Produktivitätseinbruch.

Die Gründe hierfür schätzen Arbeitnehmer:innen weitgehend richtig ein. Produktivitätskiller sind vor allem der schlechte psychische und physische Gesundheitszustand der Mitarbeitenden (Arbeitnehmer:innen 24 % vs. 22 % Arbeitgeber:innen), sinkende Motivation und Moral (Arbeitnehmer:innen 23 % vs. 21 % Arbeitgeber:innen) sowie ineffiziente Kommunikation mit Kolleg:innen (Arbeitnehmer:innen 20 % vs. 19 % Arbeitgeber:innen). Die mangelnde Digitalisierung von Prozessen innerhalb des Unternehmens hemmt insbesondere Mittelständler: Fast ein Viertel (22 %) der Mitarbeitenden sieht negative Auswirkungen auf die eigene Produktivität. Gleichzeitig hat die Zunahme der Remote-Arbeit dazu geführt, dass die Zahl der digitalen Tools in Unternehmen im letzten Jahr geradezu explodiert ist. Fast jede:r zweite Angestellte (48 %) gibt an, zu viele Tools nutzen zu müssen. Mehr als ein Drittel (36 %) empfindet das als störend und glaubt, deshalb weniger produktiv zu sein.

Hürden für eine effektive Personalstrategie

Um der drohenden Kündigungswelle und Produktivitätseinbrüchen entgegenzuwirken und sich dringenden Themen wie der physischen und psychischen Gesundheit zu widmen, sollte die Personalstrategie aktuell mehr denn je oberste Priorität haben. Umso überraschender, dass nur die Hälfte der befragten HR-Entscheider:innen (51 %) angibt, die Personalstrategie habe für ihr Unternehmen hohe Priorität. Idealerweise sollte diese Zahl jedoch bei 100 Prozent liegen – vor allem, weil eine gute Personalstrategie häufig Hand in Hand mit hoher Produktivität zu gehen scheint. Von den Personalentscheider:innen, die während der Pandemie einen Produktivitätsanstieg beobachtet haben, gaben 61 Prozent an, dass die Personalstrategie in ihrem Unternehmen Priorität hat.

Damit einer Personalstrategie also die nötige Aufmerksamkeit zukommt, müssen viele HR-Teams noch einige Hürden nehmen. So sind laut Aussage der HRler:innen insbesondere zu viel Admin-Aufwand (20 %) und nicht genügend Zeit bzw. Personal (20 %) hinderlich, um die Effizienz zu steigern und den Fokus auf strategische Themen zu setzen. Hinzu kommen Budgetbeschränkungen (19 %) und ein erschwerter Zugriff auf wichtige Informationen aufgrund von Silos in Unternehmen (15 %).

Zukünftige Prioritäten

Wie blicken Personaler:innen nun in die Zukunft? HR will sich verstärkt auf eine langfristige Planung (27 %), Trainings und Weiterbildungen für Mitarbeitende (22 %) sowie das Onboarding neuer Kolleg:innen (19 %) konzentrieren. 

Ross Seychell, Chief People Officer bei Personio: “Es überrascht mich nicht, dass Mitarbeitende im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs einen Jobwechsel anstreben. Denn viele haben diesen im vergangenen Jahr aufgeschoben, als der Arbeitsmarkt noch unsicherer war. Jetzt aber, in Zeiten, in denen sich die Wirtschaft langsam wieder erholt und das Vertrauen in den Arbeitsmarkt zurückkehrt, nutzen viele Angestellte die Chance, neue berufliche Wege zu gehen. Gleichzeitig treiben Burnout und Frustration über mangelnde Unterstützung während der Pandemie viele Mitarbeitende von ihren Unternehmen weg. 

Wenn Unternehmen die Rückkehr ins Büro planen, sollten sie darauf achten, diesen Prozess mit Sorgfalt und Rücksicht zu gestalten. In einer Zeit, in der viele Angestellte mit dem Gedanken spielen, ihr Unternehmen zu verlassen, könnte jede Veränderung, die schlecht gehandhabt wird, eine Kündigungswelle auslösen. Mitarbeitende sollten daher unbedingt mit einbezogen werden, wenn es darum geht, die Zukunft der Arbeit zu gestalten. Das fördert die Mitarbeiterbindung und stärkt letztlich das gesamte Unternehmen.”

Pressekontakt: 

Personio GmbH
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PIABO PR
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Über Personio: 
Personio entwickelt eine ganzheitliche HR-Plattform für Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitenden. Der Software-Anbieter mit Sitz in München, Madrid, London und Dublin hat die Mission, Personalprozesse übersichtlicher und effizienter zu machen. Personios All-in-One Lösung für Recruiting, Personalverwaltung und Lohnabrechnung verschafft HR Manager:innen Zeit, sich auf das wertvollste Gut erfolgreicher Unternehmen zu konzentrieren: die Mitarbeitenden. Mehr als 3.500 Kund:innen in über 80 Ländern setzen Personio bereits erfolgreich ein.

Allein im Januar 2021 erhielt Personio $125 Millionen in einer Series D-Finanzierung. Die Bewertung stieg damit auf $1,7 Milliarden, was Personio nicht nur zum ‘Einhorn’, sondern zum wertvollsten HR-Tech-Unternehmen Europas macht.

Weitere Informationen finden Sie auf www.personio.de.