Knapp vier von zehn Personalern sind im Job unzufrieden

+++ HRler verbringen 17 Stunden pro Woche mit administrativen Tätigkeiten
+++ Personaler sehen Verbesserungspotenzial durch den Einsatz digitaler Tools
+++ Nur 8 % der HR-Abteilungen sind (fast) vollständig digitalisiert
+++ Prozesse für On-/Offboarding, Stellenausschreibungen, Performance Management und Mitarbeiterfeedback sind in seltensten Fällen digitalisiert

München, 2. März 2020 – Personalern macht die Arbeit mit Bewerbern und Mitarbeitern am meisten Spaß, doch kommt diese oftmals zu kurz. Nicht verwunderlich also, dass fast vier von zehn HR-Mitarbeitern unzufrieden in ihrem Job sind (38 %). Stattdessen verbringen Personaler nach eigener Aussage zu viel Zeit mit administrativen Tätigkeiten, die im Schnitt 42 Prozent der Arbeitszeit, also rund 17 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Studie, durchgeführt von Bitkom Research im Auftrag von Personio (www.personio.de), der ganzheitlichen HR-Software für kleine und mittelständische Unternehmen. 

Für mehr als jeden vierten Personaler bleibt die Berufspraxis hinter den Erwartungen zurück
Als Hauptgrund für die Wahl ihres Berufs gab die Mehrheit an, dass sie gerne mit Menschen zusammenarbeitet (62 %). Für kaum weniger Befragte ist die Mischung aus operativer und strategischer Arbeit (61 %) ein Grund für die Jobwahl. Auf Platz drei folgt der Wunsch der Personaler, die Unternehmen, in denen sie arbeiten, aktiv mitzugestalten (46 %). Zu den Ergebnissen passt auch die Antwort auf die Frage, was HR-Verantwortlichen im Job am meisten Spaß macht: Für 82 Prozent ist dies der direkte Kontakt zu Bewerbern und Mitarbeitern, gefolgt von der strategischen Zusammenarbeit mit den Führungskräften und der Geschäftsführung (54 %). Am dritthäufigsten nannten die Befragten die Mischung aus strategischer und konzeptioneller Arbeit (46 %). 

Der Arbeitsalltag scheint häufig jedoch von anderen Tätigkeiten geprägt zu sein, denn für mehr als jeden Vierten bleibt die Berufspraxis hinter den Erwartungen zurück (28 %). Kein Wunder also, dass 38 Prozent der Befragten unzufrieden sind. 

Verwaltungswahnsinn raubt Personalern Zeit
Für 53 Prozent der Personaler, deren Berufspraxis hinter den eigenen Erwartungen zurück bleibt, kommt der direkte Kontakt zu Bewerbern und Mitarbeitern im Alltag zu kurz. Stattdessen fließen im Schnitt 42 Prozent ihrer Arbeitszeit (knapp 17 Stunden pro Woche) in administrative Aufgaben: Diesen Anteil halten neun von zehn der Befragten für zu hoch (89 %). Besonders kleine Unternehmen leiden unter dem Admin-Wahnsinn: HRler in Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern verbringen durchschnittlich 13 Tage mehr im Jahr mit Verwaltungsaufgaben als ihre Kollegen in Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern.

Digitale HR-Tools haben im deutschen Mittelstand bisher selten Einzug gehalten
Sind in einem Unternehmen alle HR-Prozesse digitalisiert, so sind deutlich weniger Personaler vom Arbeitsalltag enttäuscht (20 %) als wenn nur wenige digitale Tools verwendet werden (30 %). Dennoch hat über die Hälfte der befragten Unternehmen bislang nur wenige HR-Prozesse digitalisiert (54 %). Nur in 6 bzw. 2 Prozent der Unternehmen sind die meisten bzw. alle HR-Prozesse digitalisiert. Dabei gibt es deutliche Unterschiede je nach Größe des Unternehmens: Fast keines der befragten Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern hat alle HR-Prozesse digitalisiert (0,4 %). Von den Unternehmen mit 100 bis 199 Mitarbeitern haben 8 Prozent alle Prozesse digitalisiert; von den Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern sind es 30 Prozent.

Mit Abstand am häufigsten nutzen Personalabteilungen digitale Tools zur Entgeltabrechnung. Fast alle Befragten gaben an, hierfür eine Software im Einsatz zu haben (99 %). Am zweithäufigsten werden Abwesenheiten digital verwaltet (57 %), gefolgt von der digitalen Personalakte (25 %). Kaum digitalisiert sind hingegen Recruiting-Prozesse, wie das Bewerbermanagement (15 %) und Stellenausschreibungen (6 %), Prozesse zur Mitarbeiterentwicklung, wie zum Beispiel für Mitarbeiterfeedback und Performance Management (jeweils 8 %), sowie das On- und Offboarding (0 %).

HR-Software schenkt Personalern mehr Zeit für ihre liebste Aufgabe – die Arbeit mit Bewerbern und Mitarbeitern
Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, dass der Einsatz von HR-Software ihnen mehr Zeit für Mitarbeiter und Bewerber schenkt bzw. schenken würde (54 %). An zweiter und dritter Stelle folgen die Möglichkeit, ortsungebunden zu arbeiten (44 %) und das Wegfallen sich regelmäßig wiederholender Tätigkeiten (36 %). Knapp jeder Dritte gibt an, digitale Tools würden sie effizienter machen (31 %). 

Auf die Frage, bei welchen ihrer noch nicht digitalisierten Prozesse sie das meiste Verbesserungspotenzial durch den Einsatz von Software sehen würden, nannten die Befragten vor allem die Dokumentenverwaltung und die Personalakte (jeweils 42 %).

“Gerade Personaler im Mittelstand müssen künftig eine neue Rolle einnehmen, um Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel entgegentreten zu können: Sie entwickeln sich vom Sachbearbeiter hin zum strategischen Partner für Geschäftsführung und Führungskräfte. Unsere Studie zeigt, dass HR-Verantwortliche zu viel Zeit mit administrativen Aufgaben verbringen. Zeit, die sie sinnvoller in wertschöpfende Aufgaben, wie das Aufsetzen von Mitarbeiterbindungs- und -entwicklungsprogrammen investieren könnten. Indem HR-Abteilungen ihre Prozesse digitalisieren, schaffen sie sich Freiraum für diese Aufgaben, die direkt auf den Unternehmenserfolg einzahlen”, so Hanno Renner, Mitgründer und CEO von Personio. 

Weitere Studienergebnisse finden Sie in dieser Präsentation: https://www.personio.de/hr-wissen/downloads/studie-traumberuf-hr/download/ 

Über die Studie:
Die Befragung wurde von Bitkom Research im Auftrag der Personio GmbH im Oktober / November 2019 telefonisch durchgeführt. Befragt wurden 502 Personaler. Die Studie ist repräsentativ für mittelständische Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern der deutschen Wirtschaft (exkl. Landwirtschaft und öffentlichem Sektor).

Über die Personio GmbH:
Personio ist die ganzheitliche HR-Software für kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitern. Der Software-Anbieter mit Sitz in München, Madrid und London hat es sich zum Ziel gesetzt, Personalprozesse schneller, übersichtlicher und effizienter zu machen. So haben HR Manager wieder Zeit, sich auf das wertvollste Gut erfolgreicher Unternehmen zu konzentrieren: die Mitarbeiter. Zu diesem Zweck entwickelt Personio eine All-in-One Software-Lösung für Recruiting, Personalverwaltung und Lohnabrechnung. Fast 2.000 Kunden in über 40 Ländern setzen Personio bereits erfolgreich ein.

Die Tech-Beratung GP Bullhound nahm Personio 2019 in eine Liste von 50 europäischen Start-ups auf, denen in den kommenden zwei Jahren eine Milliardenbewertung und damit der Unicorn-Status zugetraut wird.

Weitere Informationen finden Sie auf www.personio.de