Kraftvolle Kulturentwicklung: Wie HR unterstützen kann

Die Rolle von Führungskräften bei der Unternehmenskultur

Bei der Gestaltung der Unternehmenskultur spielen Führungskräfte eine essentielle Rolle. Corporate-Culture-Experte Dr. Georg Wolfgang erklärt, wie HR das Management unterstützen und den Weg für eine starke Kultur freimachen kann.

Unternehmenskultur ist Führungsaufgabe

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Unternehmen, das Sie lieben. Aber unter einer Führungskraft, die völlig andere Werte vertritt als Sie und sich darüber hinaus nicht die Bohne für Ihre Arbeit interessiert. Kann das funktionieren?

Wahrscheinlich nicht. Studien belegen den engen Zusammenhang zwischen einer beflügelnden Unternehmenskultur und guter Führung. So vertrauen z.B. 90% der Mitarbeiter von Unternehmen mit Vorzeige-Unternehmenskulturen auf ihre Führungsriege. Doch bei anderen Unternehmen sieht das anders aus: 46% der Angestellten glauben, dass ihre Führungskraft nicht einmal ihre täglichen Aufgaben kennt. Demotivierend? Absolut. Dabei ist eine starke Unternehmenskultur nachweislich ein wichtiges Wettbewerbskriterium. Laut dem Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work stärkt sie die Mitarbeiterbindung, senkt die Fluktuation und wirkt sich sogar auf den Umsatz aus. Umso wichtiger ist es, Führungskräfte in ihrer wichtigen Aufgabe als Kulturgestalter*innen zu unterstützen. Wie das geht, darüber haben wir mit Dr. Georg Wolfgang von Culturizer gesprochen.

Sie suchen mehr Anregungen? Der Praxisleitfaden Unternehmenskultur bündelt die wichtigsten Tipps für eine starke Kultur.

Wie Führungskräfte die Unternehmenskultur beeinflussen

Gerade in traditionellen Unternehmen kommt Führungskräften bei der Kulturgestaltung eine wichtige Rolle zu. Sie belohnen und sanktionieren das Verhalten von Mitarbeitern, sie entscheiden, wer Wertschätzung erhält, sie fördern Mitarbeitern und andere vielleicht nicht.

Führungskräfte sind Kontextgestalter der Kultur.

– Dr. Georg Wolfgang, Culturizer

Die Führungskraft kann somit als Kontextgestalter für die Kultur betrachtet werden. Sie steckt den Rahmen ab, in dem sich Kultur entfalten kann und gibt die Unternehmenswerte weiter.

In Unternehmen mit flachen Hierarchien ist die Rolle von Führungskräften deutlich weniger ausgeprägt. Hier ist Unternehmenskultur eher ein gemeinschaftlicher Prozess, sagt Dr. Georg Wolfgang.

Doch egal, wie die Hierarchien in einem Unternehmen aussehen, einen gemeinsamen Auftrag haben alle Führungskräfte in puncto Unternehmenskultur. Sie sind das Verbindungsglied zwischen dem Unternehmen und dem einzelnen Mitarbeiter. Sie müssen Werte glaubhaft vermitteln und vorleben, so Dr. Wolfgang. Mit ihrer Autorität und ihrem Einfluss sind sie nicht nur Vorbilder, sondern können Mitarbeitern bei Verstößen auch zur Rechenschaft ziehen.

Kurz gesagt: Die Beziehung zwischen einer Führungskraft und einem Mitarbeiter ist im kulturellen Kontext extrem wichtig, denn Führungskräfte verschaffen dem Team den Zugang zu Unternehmenswerten. Ist die Beziehung schwach ausgeprägt oder negativ belastet, sind Mitarbeiter automatisch von bestimmten Aspekten der Unternehmenskultur abgeschnitten. Deshalb kommen hier HRler*innen in ihrer Rolle als „Führungskräfteentwickler“ ins Spiel.

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HR befähigt die Kulturentwicklung

Generell sei Unternehmenskultur zwar kein HR-Thema, sondern ein Führungsthema, erklärt Dr. Wolfgang. Dennoch spielen Personalmanager*innen dabei eine essentielle Rolle, nämlich die des Unterstützers und Beraters.

HR Manager*innen machen Kulturgestaltung erst möglich.

– Dr. Georg Wolfgang, Culturizer

“HRler*innen müssen den Führungskräften bei der Kulturentwicklung beiseite stehen. Sie geben den Führungskräften Methoden an die Hand – Teamentwicklungsmaßnahmen, Workshop-Formate, Führungskräfteentwicklung oder gezieltes Coaching einzelner Manager. So unterstützen sie gezielt bei der Gestaltung von Kultur.”

Dabei arbeitet HR aus dem Hintergrund und bietet das, was sich auf Englisch so schön mit “empowerment” beschreiben lässt. Führungskräfte gestalten, doch HR macht die Kulturgestaltung erst möglich.

Praxisleitfaden Unternehmenskultur

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