Employee Wellbeing: Worauf es wirklich ankommt

Employee Wellbeing

Das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter:innen (engl. Employee Wellbeing) war uns bereits vor der Pandemie wichtig. Mit Maßnahmen wie Yoga-Sessions und flexiblen Home-Office-Möglichkeiten haben wir die Gesundheit, Zufriedenheit und eine gute Work-Life-Balance unserer Teams unterstützt.

Dann kam Corona und die Pandemie hat einiges durchgerüttelt: Wir haben bisherige Maßnahmen neu evaluiert, angepasst und erweitert. Alles nach Bauchgefühl? Nein. Wir haben Daten als Grundlage genommen, um unsere Angebote zu optimieren. In diesem Artikel erhalten Sie einen Einblick, warum Employee Wellbeing auf die HR-Agenda gehört und wie wir das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter:innen messen. – Cassandra Hoermann, People Experience Lead bei Personio

Employee Wellbeing ist nur ein Teil des Puzzles. Laden Sie hier unseren Leitfaden für Ihre HR-Strategie herunter.

Was ‘Mitarbeiterwohl’ für uns bedeutet

Gesunde Teams = gesundes Business. Dabei kann das Wort “gesund” vielfältig ausgelegt werden: Es geht um Zufriedenheit, mentale und körperliche Stärke, Balance, aber auch um die (emotionale) Verbindung zwischen den Mitarbeitenden und dem Unternehmen.

Bei Personio haben wir deshalb für uns definiert, wie sich unsere Mitarbeiter fühlen sollen. Dies dient uns als Orientierung für unsere Wellbeing-Maßnahmen. Unsere Mitarbeiter:innen sollen …

  • das Gefühl haben, dass ihre Arbeit wert- und sinnvoll ist.
  • gesund, glücklich und zufrieden sein, aber auch der Spaß bei der Arbeit sollte nicht zu kurz kommen.
  • sich mit unseren Werten identifizieren und Werte-basiert handeln.
  • eine gute Work-Life-Balance haben.
  • uns als Arbeitgeber vertrauen und sicher sein können, dass wir sie bestmöglich unterstützen.

Wenn Sie in das Wohlergehen Ihrer Mitarbeitenden investieren, ist das das Beste, was Sie für Ihr Unternehmen machen können. Denn wenn Ihre Teams ausbrennen, schadet das dem ganzen Business.

Unternehmen erkennen immer, dass Employee Wellbeing wichtig ist. Die REBA zeigt zum Beispiel in ihrem Employee Wellbeing Research 2020 Report, dass 2020 doppelt so viele Unternehmen (52 %) eine konsistente und inklusive Employee-Wellbeing-Strategie entwickeln als noch 2019 (25 %).

5 Metriken, um das Employee Wellbeing zu messen

Wenn Sie das Employee Wellbeing messen, gibt Ihnen das die nötigen Daten, um Maßnahmen regelmäßig zu hinterfragen, (Negativ-)Trends zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. An diesen fünf Metriken können Sie sich orientieren:

  • Mitarbeiterfeedback/Ratings: Holen Sie regelmäßig die Meinungen Ihrer Mitarbeitenden ein, denn Sie können nur dann sicher sein, wie sich jemand fühlt, wenn Sie nachfragen.
  • Produktivitäts-Level: Setzen Sie das Glücks-Rating ins Verhältnis zu Ihrem Unternehmenserfolg. Fühlen sich Ihre Mitarbeitenden wohl und können Sie alle Ziele erreichen?
  • Krankheitstage: Sie können ein Indikator für überarbeitete Mitarbeiter:innen, aber auch für zu viel Arbeitsstress oder Unzufriedenheit sein.
  • Überstunden: Arbeiten Teams zu viel, kann das ein Zeichen für ein zu hohes Arbeitspensum, falsche Priorisierung, zu enge Deadlines oder schlechtem Zeitmanagement sein.
  • Fluktuationsrate: Wenn die Fluktuationsrate auf einmal stark ansteigt, kann das ein Zeichen für eine generelle Unzufriedenheit im Unternehmen sein.

Vorsicht beim Engagement und der Anwesenheitsrate

Viele Unternehmen tendieren dazu, auch das Engagement und die Anwesenheitsraten als Metriken zu nutzen. Doch hier wäre ich vorsichtig:

Beim Engagement sollten Sie beachten, dass Ihre Mitarbeitenden unterschiedliche Charaktereigenschaften haben, sprich: Es gibt Intro- und Extrovertierte. Während Extrovertierte gerne und viel an Events teilnehmen, bleiben Introvertierte lieber für sich. Obwohl ihr Engagement somit eher geringer ist, könnten sie trotzdem glücklich mit ihrer Arbeit sein.

Auch die Anwesenheit bzw. Arbeitstage Ihrer Mitarbeiter:innen sagt wenig darüber aus, ob es ihnen gut geht und sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Denn Mitarbeitende könnten auch zur Arbeit kommen, obwohl sie physisch oder psychisch krank sind.

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Mit diesen Maßnahmen messen Sie am besten

Umfragen verschicken

Definieren Sie Fragen, die Sie Ihren Mitarbeitenden regelmäßig stellen wollen. Vergleichen Sie die Resultate dann monatlich. Beispiele:

  • Wie gestresst fühlen sie sich auf einer Skala von 1-10?
  • Wie schätzen sie die Arbeitsbelastung momentan ein?
  • Wie entspannen Sie sich, z. B. durch Sport, Meditation, Spaziergänge?
  • Was beunruhigt sie momentan am meisten bei der Arbeit?

Zusammenarbeit mit Projektgruppen

Bei Personio haben wir ein Employee Advisory Board, das aus mehreren Mitarbeitenden (aus verschiedenen Abteilungen und von allen Standorten) besteht. Sie vertreten das gesamte Team und unterstützen uns dabei, ein besseres Verständnis für die Wünsche aller Mitarbeitenden zu bekommen.

Mitarbeiter-Performance

Schauen Sie sich die Leistung der Mitarbeitenden an. Hat sie sich in den letzten Monaten verschlechtert? Wenn ja, dann lohnt sich ein privates Gespräch, in dem Sie genauer auf die aktuelle Situation des Mitarbeitenden eingehen können.

Technologie

Hier spielen zwei Aspekte mit rein. 1. Software hilft Ihnen, Daten für die oben genannten Metriken zu sammeln und auszuwerten. 2. Tools erleichtern die Kommunikation zwischen Kolleg:innen – auch remote – und zahlen so auf ihr Wohlbefinden ein.

Vorlage: Fragenkatalog für Mitarbeiterumfragen

Mitarbeiterbefragung Vorlage

Umfragen sind eines der besten Mittel, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu messen. Dieser Fragenkatalog gibt ihnen viele Beispiele und Inspirationen

 

Unsere 5 Best Practices fürs Employee Wellbeing

Im People Experience Team haben uns solche Analysen und Messungen dabei geholfen, unsere Maßnahmen zu schärfen und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen anzupassen:

  • Wir haben virtuelle Gesundheitswochen gemacht, in denen wir beispielsweise Kurse zum Stressmanagement, besseren Schlafen oder Yoga angeboten haben.
  • Mentale Gesundheit ist extrem wichtig. Wir haben deswegen Benefits rund um dieses Thema eingeführt, z. B. TherapyChatⓇ und SelfapyⓇ – eine Art Online Coaching bzw. -Therapie bei Depressionen, Angst und Panik.
  • #WeAreInThisTogether: Mit motivierenden Postkarten und Geschichten, die wir in unserem wöchentlichen Unternehmensmeeting und auf unserem Blog teilen, schaffen wir ein Gemeinschaftsgefühl.
  • Wir verschicken monatliche Pulse Surveys zur Home-Office-Situation, um die Lage bei unseren Mitarbeiter:innen besser verstehen und unsere Maßnahmen optimieren zu können.
  • Auch für Führungskräfte ist Remote Work neu. Mit How-to-Sessions unterstützen wir sie, ihre Teams optimal durch diese herausfordernde Zeit zu führen.

Die Unternehmenskultur spielt eine große Rolle

Ihre Kultur bestimmt beispielsweise, ob Ihre Mitarbeitenden das Messen Ihrer Wellbeing-Maßnahmen als Kontrolle oder als Optimierungs-Chance sehen.

Mitarbeiter:innen sollten sich trauen können, mit ihren Führungskräften über Probleme zu sprechen. Das funktioniert aber nur in einer Kultur, die auf Offenheit und Vertrauen basiert. Kein Tool der Welt wird das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen verbessern, wenn sie sich aus Angst, als schwach und nicht belastbar eingestuft zu werden, nicht öffnen.

Jeder Mensch ist anders. Für Ihre Employee-Wellbeing-Maßnahmen bedeutet das, individuell auf die Wünsche der Mitarbeitenden einzugehen, damit sie sich jederzeit gehört, unterstützt und wohl fühlen.

Über Cassandra Hoermann

Cassandra Hoermann leitet seit 2018 das People Experience Team bei Personio und hat mit ihrer Strategie dazu beigetragen, dass die Mitarbeiteranzahl von 100 auf 900 gewachsen ist. Als Sportbegeisterte, Foodie und Menschenkennerin ist Cassandra eine Expertin darin, mit Menschen in Kontakt zu treten und sie zusammenzubringen.

 

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