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MItarbeitergespräch

Diese 5 Fehler sollten Sie in Mitarbeitergesprächen unbedingt vermeiden

Wie Führungskräfte bessere Mitarbeitergespräche gestalten

Mitarbeitergespräch und Feedback werden in vielen Unternehmen noch in ein und demselben ungeliebten Jahresgespräch abgehandelt. Im Idealfall sollte diese Vorgehensweise Schritt für Schritt abgelöst werden, da Feedback in solchen Situationen deutlich zu kurz kommt. Wie bereits in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Feedback beschrieben, bezieht sich Feedback auf Inhalte und die zwischenmenschliche Zusammenarbeit. Wer Feedback nicht kontinuierlich lebt und ad hoc in der Zusammenarbeit gibt, wird kaum in der Lage sein, alle angestauten Wünsche und Verbesserungsvorschläge in dem einem Mitarbeiterjahresgespräch abarbeiten zu können.

Betrachtet man das Mitarbeitergespräch getrennt vom Feedback, kann es in seinem alljährlichen Turnus für Mitarbeiter und Vorgesetzte Klarheiten zu Aufgabengebieten, Produktivität und Arbeitsmethoden schaffen. Sinnvoll eingesetzt und richtig geführt, stärkt es das Vertrauen in den Vorgesetzten, die Arbeitsmotivation und Mitarbeiterbindung. Gegenstand eines solchen Gesprächs sind Leistungsstand und Leistungserreichung des Mitarbeiters über eine vergangene Periode. Auch zukünftige Karriereschritte, Fortbildungsmaßnahmen oder Gehaltsentwicklung gehören zu einem Mitarbeitergespräch. Leitet die Führungskraft das Gespräch richtig, entwickelt es sich im Idealfall in einen produktiven Dialog. Der Weg dorthin kann allerdings uneben und von zahlreichen Stolpersteinen geprägt sein. Als Führungskraft sollten Sie diese fünf Fehler bei Mitarbeitergesprächen unbedingt vermeiden:

Spontane Termine & zu wenig Zeit

Behandeln Sie das Mitarbeitergespräch nicht als notwendiges Übel, sondern als wertvollen Teil Ihrer Führungsaufgabe. Das Gespräch sollte fester Bestandteil Ihrer Terminplanung sein und auch dem Mitarbeiter rechtzeitig kommuniziert werden. Planen Sie für jeden Mitarbeiter genug Zeit ein, damit im Gespräch kein Termindruck entsteht und Sie keinen gehetzten Eindruck machen. Wenn nötig, verteilen Sie die Gespräche über mehrere Wochen. So hinterlassen Sie einen professionellen und engagierten Eindruck bei Ihren Mitarbeitern und haben es leichter, der Personalabteilung Ihre Ergebnisse aus den einzelnen Gesprächen zurück zu spiegeln.

Unvorbereitet sein

Das Mitarbeitergespräch, sofern es jährlich stattfindet, ist dazu gedacht, auf eine längere, vergangene Arbeitsphase zurück zu blicken. Sie sollen gemeinsam aufgreifen, was in dieser Zeit vorangetrieben wurde und was nicht. In der Konsequenz heißt das, um sich eine Meinung zu bilden, müssen Sie wissen, was Ihr Mitarbeiter im gesamten letzten Jahr geleistet hat. Wissen Sie dies nicht, wirkt Ihr unvorbereitet sein dem Mitarbeiter gegenüber wie eine Geringschätzung.
Diese Vorbereitung ist keine leichte Aufgabe und bedarf im Idealfall nicht nur punktueller, sondern kontinuierlicher Aufzeichnungen. Protokollieren Sie gewisse Dinge, setzen Sie sich Erinnerungen und machen Sie sich während des Jahres die Ereignisse bewusst, die für das Mitarbeitergespräch von Relevanz sein können. Dazu zählt auch, dass sie über Fortbildungsmöglichkeiten, Gehaltspotential und andere organisatorische Dinge Bescheid wissen. Sind Sie aus terminlichen Gründen nicht in der Lage, das Gespräch angemessen vorzubereiten, verschieben Sie es lieber.

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Vorwürfe und unspezifische Aussagen

Es gibt immer wieder Situationen in denen die Leistung von Mitarbeitern nicht zur Zufriedenheit der Vorgesetzten oder der Geschäftsleitung führen. Tritt dieser Fall ein, ist es für Führungskräfte wichtig, nicht mit generellen negativen Aussagen oder Vorwürfen auf die Mitarbeiter einzureden, sondern spezifische Rückmeldung zu konkreten Sachverhalten zu geben. Sätze wie: “Ihre Leistungen sind nicht zu unserer Zufriedenheit oder Sie arbeiten nicht wie wir uns das vorstellen,” sind absolute No-Gos, da sie unspezifisch und vorwurfsvoll sind. Diese Art der Kritik lässt den Mitarbeiter weder die Fehlersituation identifizieren noch das konkrete Fehlverhalten erkennen. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zu Vertrauensverlust oder einer persönlichen Kränkung des Mitarbeiters führen. Bleiben Sie also bei spezifischen Beobachtungen und Beispielen. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen und behalten Sie im Hinterkopf, dass der Mitarbeiter sich im besten Fall am Ende des Gesprächs einen konkreten Plan zur Verbesserung seiner Arbeit zurecht legen können soll.

Monologe halten

Man könnte denken, dass das Thema Zielerreichung mit einer klaren Ja oder Nein Aussage abgehakt werden kann. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Wenn Sie als Führungskraft Ihren Mitarbeiter mit Argumenten einschüchtern oder gar nie zu Wort kommen lassen, läuft Ihr Gespräch absolut verkehrt.
Ein wichtiger Teil der Zielerreichung ist die Zielsetzung. Sind Mitarbeiter dabei nicht involviert und werden Ziele in einem Unternehmen rein von oben nach unten diktiert, kann es sein, dass für den Mitarbeiter eine Nichterreichung der Ziele bereits bei der Zielsetzung absehbar war. Bei einem korrekt geführten Mitarbeitergespräch ist es deswegen essentiell, dass Mitarbeiter und Vorgesetzter in einen gleichwertigen Dialog einsteigen. Nur in diesem können beide Seiten ihre Argumente und Meinungen darlegen. So kann auch eine etwaige Nichterreichung der Ziele aufgearbeitet und die zukünftige Zusammenarbeit verbessert werden.

Karrierechancen & Gehalt als Druckmittel

Zielerreichung und Weiterentwicklung der persönlichen Karriere innerhalb des Unternehmens stehen in engem Zusammenhang. Wer als Mitarbeiter konsequent seine Zielvorgaben unterschreitet, ist sich meist darüber bewusst und wird keine überhöhten Vorstellungen seiner eigenen Entwicklung haben. In einem Vorgesetzten-Mitarbeiter-Verhältnis auf Augenhöhe sollten deshalb nie Karrierechancen oder die Gehaltsentwicklung als Druckmittel für bessere Leistungen verwendet werden. Produktivitäts- oder Ergebnisprobleme werden nicht durch einfache Wenn-Dann-Gleichungen gelöst. Hier gilt es, echte Führungsqualitäten zu zeigen und gemeinsam mit dem Mitarbeiter an dem “Wie” der Zielerreichung zu arbeiten. Durch die Ausübung von übermäßigem Druck haben Sie als Vorgesetzter meist mehr zu verlieren als zu gewinnen.

Respekt gewinnt

Wie oft im Leben ist auch bei Mitarbeitergesprächen der normale Menschenverstand der beste Ratgeber. Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter, wie Sie selbst gerne behandelt werden möchten. Alle fünf genannten Fehler können auf den gemeinsamen Nenner des fehlenden Respekts heruntergebrochen werden. Erkennen Sie den Mehrwert des Mitarbeitergesprächs an und versuchen Sie den maximalen Nutzen aus der Zeit mit Ihren Angestellten zu ziehen.

Manche Mitarbeiter fiebern dem Mitarbeitergespräch schließlich über Monate entgegen, um endlich ihrem Ärger Luft zu machen, gelobt zu werden oder die erhoffte Gehaltserhöhung anzusprechen. Geben Sie ihnen diesen Freiraum und lassen Sie eine echte Aussprache zu. Bereiten Sie sich gezielt vor, hören Sie zu und profitieren Sie von der Möglichkeit, die vergangene gemeinsame Arbeitszeit zu reflektieren. Wenn Sie sich vor dem nächsten Mitarbeitergespräch diese potentiellen Fehler vor Augen führen, geben Sie sich und Ihren Mitarbeitern die Chance, das ungeliebte Mitarbeitergespräch in einen Produktivitätsmotor zu verwandeln.