New Work: Eine neue Ära der Personalarbeit

New Work

Agile Projektstrukturen, virtuell vernetzte Teams und smarte HR-Technologien: Die Personalarbeit befindet sich im Umbruch – oder besser, im Aufbruch. Das Mindset von Angestellten ändert sich, Rollen im Beruf müssen neu gedacht werden. Allen voran die der HR Manager. Doch wie meistern Personaler den Sprung ins New Work Zeitalter?

Erfahren Sie, wie Personio Sie dabei mit digitalen HR-Prozessen unterstützt. Jetzt Funktionen ansehen.

 

Was ist New Work?

New Work steht für einen grundlegenden Wandel in der Arbeitswelt. Trends wie die Digitalisierung, die Globalisierung, die weltweite Vernetzung und der demografische Wandel machen das Arbeiten in Unternehmen zusehends komplexer: Sie erfordern neue Kompetenzen und die Abwendung von traditionellen, starren Arbeitsstrukturen, die den Ansprüchen eines sich rasch verändernden Arbeitsumfelds schlichtweg nicht mehr gewachsen sind.

Wie entstand die Idee von New Work?

In den 1980er Jahren entwickelte Sozialphilosoph Frithjof Bergmann das Konzept von New Work aus dem Wunsch heraus, einen Gegenentwurf zum Kapitalismus zu schaffen. Dabei definierte er “Freiheit” als zentralen Wert einer neuen flexiblen Arbeitsweise, die Menschen zur Selbstverwirklichung dienen solle.
Quelle: t3n

 

Wie sieht New Work in der HR-Praxis aus?

New Work ist keine vage Zukunftsvision, sondern bestimmt längst den Arbeitsalltag vieler moderner Unternehmen. Sie sind in agilen Teams aufgestellt, setzen auf flexible Home-Office-Regelungen und arbeiten Hand in Hand mit smarten Technologien.

Doch welche Trends und Treiber von New Work wirken sich besonders stark auf den HR-Arbeitsalltag aus – und wie können Personaler sich darauf vorbereiten?

5 kraftvolle New Work Trends & Treiber

1. Digitalisierung

Die Digitalisierung ist eine der größten Treiber für New Work und stellt die Arbeit von Personalern ganz schön auf den Kopf. Mit neuen Technologien und künstlicher Intelligenz sorgt sie für …

…veränderte Jobprofile auf dem Markt. Denn viele Tätigkeiten funktionieren inzwischen automatisch und werden schlicht nicht mehr benötigt. Zugleich entstehen neue Stellen, wie vor einigen Jahren der Social Media Manager. Das bedeutet: Personaler und Recruiter müssen ein gutes Gespür für die für die Kompetenzen haben, die Unternehmen im New Work Zeitalter erfolgreich machen.

…neue Arbeitsweisen und -prozesse: Die Zeiten von intensiver Excellisten-Pflege sollten nämlich der Vergangenheit angehören. Stattdessen können Daten nun dezentral gespeichert und Prozesse digital organisiert werden. Das entlastet HR Manager, die sich wichtigeren New Work Themen widmen können. 

So gelingt der Sprung ins New Work Zeitalter

Feedback Software

Schaufeln Sie sich Freiraum für die wichtigen Personalaufgaben: Personio automatisiert und vereinfacht Ihre HR-Tätigkeiten in einer zentralen Software – damit Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.

 

2. Dezentral arbeitende Mitarbeiter

Inzwischen ist die ganze Welt vernetzt: Durch das Internet verbreiten sich Ideen in Sekundenschnelle, Menschen reisen bequemer denn je und durch die Cloud ist der Zugriff auf Daten von überall möglich. So kommt es, dass auch Mitarbeiter zunehmend ortsunabhängig arbeiten. Virtuelle Teams werden bei New Work die Norm – und die müssen von HR gleichermaßen koordiniert, motiviert und an die Unternehmenskultur herangeführt werden.

3. Generationen-Vielfalt

Die Letzten der Babyboomer, die Generationen X bis Z und die Millennials: Momentan arbeiten so viele Generationen unter einem Dach wie nie zuvor. Sie alle haben unterschiedliche Tech-Skills und Vorstellungen von einem idealen Arbeitgeber. Für Personaler bedeutet das, ganz genau hinzusehen: 

  • Welche Kompetenzen sind vorhanden, welche müssen entwickelt werden, damit Mitarbeiter reibungslos arbeiten können?
  • Wie können Mitarbeiter verschiedener Generationen gut zusammenarbeiten?
  • Welche Anreize brauchen die einzelnen Generationen, um motiviert zu bleiben?

 

Jedem Mitarbeiter ist etwas anderes wichtig. Wir verhandeln daher neben dem Gehalt auch Stellschrauben wie Urlaubstage.

– Stefan Zimmermann, Head of HR & Organisational Development bei OPED.

4. Neue Einstellung zur Arbeit

Die Einstellung der jüngeren Generationen zu ihrer Arbeit äußert sich auf drei Arten:

Sinnsuche im Job: Während Arbeit früher als reine Verpflichtung wahrgenommen wurde, als Möglichkeit, Geld zu verdienen, sehnen sich jüngere Generationen nach einem tieferen Sinn in ihrer Tätigkeit. Unternehmen müssen daher eine starke Vision erschaffen und ihre Kultur und Mitarbeitern ihre Werte klar kommunizieren. Wie man da anfängt? Am besten mit unserem Praxisleitfaden Unternehmenskultur, den Sie sich hier herunterladen können.

Arbeitsweise und -klima: Auch selbstbestimmtes, kreatives und eigenverantwortliches Arbeiten wird deshalb immer wichtiger. Bye bye, Micromanagement, welcome, Intrapreneurship! Darüber hinaus zählt ein gutes Arbeitsklima: Dieses kann HR über die Möglichkeiten und die Qualität der Zusammenarbeit im Team steuern. Aber auch über ganz praktische Dinge wie eine Büroeinrichtung zum Wohlfühlen.

Mitarbeiter werden wählerisch: Hier kommt nämlich ein alter Bekannter ins Spiel, der Fachkräftemangel: Dieser erlaubt es Arbeitnehmern bei der Arbeitgeberwahl anspruchsvoll zu sein. Um im New Work Zeitalter nicht die besten Mitarbeiter an Wettbewerber zu verlieren, müssen Unternehmen also etwas zu bieten haben: Betriebliches Gesundheitsmanagement etwa, oder besondere Corporate Benefits. Eine gute Unternehmenskultur sowieso. Doch das alleine reicht natürlich nicht, das Stichwort heißt Employer Branding. Tun Sie Gutes – und sprechen Sie darüber. Zeiten Sie, warum es sich lohnt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.

Keine Zeit für Employer Branding? Mit Personio schaffen Sie sich Freiraum für die wichtigen HR-Themen. Jetzt kostenlos ausprobieren.

Schnüren Sie ein attraktives Arbeitgeberpaket

Beim Medizintechnikhersteller OPED können sich Mitarbeiter ihr Arbeitgeber-Gesamtpaket flexibel zusammenstellen – je nachdem, was sie motiviert.

  • Flexible Gehaltsbestandteile
  • Flexible Arbeitszeiten (z.B. Gleitzeit, Home Office)
  • Zusätzliche Urlaubstage
  • HR Analytics
  • Vielfältige Weiterbildung- und Entwicklungsmöglichkeiten

 

5. Agile Zusammenarbeit

Das Arbeitsumfeld in Zeiten von New Work ist unbeständig. Gewohnte Strukturen und Erfahrungen bieten keinen verlässlichen Rahmen mehr, weshalb auch die Zusammenarbeit schneller, anpassbarer – agil – werden muss. “Agilität ist dabei nicht mit reiner Flexibilität zu verwechseln, sie bedeutet viel Disziplin”, erklärt Stefan Zimmermann. “Agile Teams sind hoch-performant und müssen dafür methodisch zusammenarbeiten.”

Für HR bedeutet das, den Überblick über mögliche Anforderungen und Kompetenzprofile von Führungskräften und Mitarbeitern zu behalten. Es bedeutet auch, Strukturen zu schaffen, in denen agiles Arbeiten möglich ist – etwa durch gezielte Software-Unterstützung.

Vom Personalverwalter zum Personalentwickler

Mit dem Schritt in die New Work Welt muss sich auch die Personalarbeit grundlegend verändern. Und zwar nicht nur, indem sich Personaler an die gewandelten Rahmenbedingungen anpassen. Im Gegenteil! Sie haben die Möglichkeit, den Wandel aktiv mitzugestalten. „Personaler werden zunehmend zu Organisationsentwicklern”, sagt HR-Experte Stefan Zimmermann, der seine eigene Aufgabe ganz klar in der “Potenzialentfaltung” von Mitarbeitern sieht.

Neue HR-Aufgaben im New Work Zeitalter

Das war nicht immer so: “Bis vor einigen Jahren war die HR-Rolle in vielen Unternehmen eine reine Verwaltungsrolle. Die konkreten Inhalte zum Thema Personal – welche Kompetenzen brauchen wir im Team? Wie sollen neue Führungskräfte entwickelt werden? – gab die Unternehmensführung vor”, so Zimmermann. Dagegen ist die neue Rolle von HR vielfältig – und vor dem Hintergrund von New Work absolut erfolgsentscheidend für Unternehmen.

Die Personalabteilung von heute ist Fachexperte für völlig neue Themenbereiche – von Unternehmenskultur über E-Recruiting bis Employer Branding. Als strategischer Partner der Geschäftsführung ist es ihre Aufgabe, ein methodisches Vorgehen für die personelle Zukunft des Unternehmens zu erarbeiten. “Außerdem muss der HRler in seine Rolle als Change Manager hineinwachsen und Mitarbeiter und Führungskräfte aktiv in das neue, digitalisierte Arbeitsumfeld begleiten”, sagt Stefan Zimmermann.

Diese HR-Skills begleiten den Megatrend New Work

So kommt es, dass sich auch das Skill-Set von Personalern ändern muss: Effektives Recruiting, effizientes Personalmanagement und die sinnvolle Entwicklung von Mitarbeitern erfordern neue Fähigkeiten, die weit über Verwaltungsarbeiten hinausgehen.

“Personaler brauchen die Fähigkeit, arbeitserleichternde Tools wie HR-Software oder Projektmanagement-Tools einzuführen und zu nutzen”, ergänzt Katja Bauer, CHRO bei der Executive Recruiting Agentur i-potentials. Auf Projektmanagement-Skills und IT-Anwenderkenntnisse folgen grundlegende Fähigkeiten, um HR und die gesamte Organisation für die Zukunft auszurichten. 

Welche HR-Fähigkeiten sind für New Work nötig?

  • Projektmanagement
  • IT-Anwenderkenntnisse
  • Analysen & Auswertungen von Personaldaten
  • Tiefes Fachwissen, z.B. im Tech-Recruiting
  • Strategisches, methodisches Denken

Natürlich wird es weiterhin operative Tätigkeiten geben, die HR zu erledigen hat. Wichtig sei jedoch die Einstellung von HRlern im digitalen New Work, sagt Zimmermann. “Personaler müssen das Mindset eines Organisationsentwicklers annehmen und in Methoden denken.”

Susanne Schloßbauer

Susanne ist Geschichtenerzählerin aus Leidenschaft und weiß, dass guten Texten eine ausgeklügelte Mischung aus Strategie, Humor und einem Sinn für das, was Leser bewegt, zugrunde liegt. In ihre Texte bringt sie ihre Content-Expertise aus dem Headhunting-Bereich sowie ihre Erfahrungen aus der Selbstständigkeit ein. Zuletzt lebte sie in Südafrika.