Das Ende vom Bürozwang. Hybrid Work ist hier.

Hybrides Arbeiten

Wenn ich an Büros von morgen denke, sehe ich keine Schwarz-Weiß-Modelle mehr. Kein “nur remote” oder “nur Büro” für alle. Ich glaube stattdessen, dass sich hybride Arbeitsweisen – also Mischformen aus Remote Work und Büro – manifestieren werden, da sie stärker auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mitarbeiter:innen eingehen und ihre Zufriedenheit steigern.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, warum hybrides Arbeiten das Modell der Zukunft ist, und stelle Ihnen einen Rahmen vor, mit dem Sie evaluieren können, ob es auch zu Ihrem Unternehmen passt. – Ross Seychell, Chief People Officer bei Personio

Verankern Sie hybrides Arbeiten in Ihrer HR-Strategie. Dieser Leitfaden führt Sie durch die wichtigsten Schritte.

Hybride Arbeitsmodelle sind auf dem Vormarsch

Laut einer Studie von Barco ist ein hybrides Arbeitsmodell die attraktivste Alternative für Mitarbeiter:innen. Drei Tage im Büro und zwei im Home Office sei die optimale Aufteilung, um das Beste aus beiden Welten zu verbinden: soziale Kontakte und eine leichtere Zusammenarbeit auf der einen Seite, mehr Flexibilität und Freiheit auf der anderen.

Wie Sie Ihr persönliches Modell gestalten, kommt letztendlich ganz auf Ihre Kultur und Ziele an, die Sie mit dem hybriden Arbeiten erreichen wollen. Denn es gibt ganz unterschiedliche hybride Modelle und jedes Unternehmen muss für sich entscheiden, welche Aufteilung sinnvoll ist.

Für alle, die noch am Konzept der Remote Work zweifeln: Studien zeigen, dass Mitarbeiter:innen im Home Office produktiver sind und Familie und Berufsleben besser vereinbaren können. Super Voraussetzungen also für ein gemischtes Modell.

Die 4 Vorteile eines hybriden Modells

Ihre Mitarbeiter:innen haben alle unterschiedliche Persönlichkeiten und Vorstellungen, was den Arbeitsalltag und -ort angeht. Kein starres und für jeden gleiches Modell wird je die Bedürfnisse aller Angestellten decken können.

Hybride Arbeitsmodelle geben Ihren Mitarbeitenden hingegen die Möglichkeit, innerhalb eines Rahmens die für sie beste Arbeitsweise zu finden. Für Ihr Unternehmen bedeutet das: eine zufriedene und motivierte Belegschaft – und damit eine gesteigerte Produktivität.

Außerdem erlaubt es Unternehmen, …

  • sie durch ein freieres Arbeitsmodell zu binden.
  • für alle involvierten Parteien einen Mehrwert zu schaffen.
  • auf eine flexiblere, digitale und zielgerichtete Zukunft der Arbeit einzuzahlen.

So meistern Sie Remote Work mit links

Mit dieser Checkliste schaffen Sie reibungslose Prozesse für Ihre Remote Work und stellen sich rechtssicher auf.

Passt ein hybrides Modell zu Ihnen?

Beantworten Sie direkt zu Anfang folgende Fragen: Welchen Ansatz, also welche Verteilung von Home Office und Büroarbeit, möchten Sie wählen? Soll dieser Ansatz unternehmensweit und für jede Abteilung gleichermaßen gelten? Oder wollen Sie stattdessen Richtlinien vorgeben, die jedes Team dann an ihre Bedürfnisse anpassen kann?

Berücksichtigen Sie außerdem Ihre Team- und Unternehmensstrukturen: Wo gibt es Abhängigkeiten, die ein hybrides Setup nicht erlauben? Ist vielleicht eine Abteilung auf die Anwesenheit einer anderen angewiesen?

Ist diese Basis einmal gelegt, kann es weitergehen. Generell sind neun Säulen wichtig, um zu evaluieren, ob ein hybrides Modell zu Ihrem Unternehmen passt. Je weiter Sie sich auf der Skala bei “5” einordnen, desto größer ist der Fit.

1. Investments

Für ein hybrides System sollte Ihr Unternehmen entsprechende finanzielle Rahmenbedingungen schaffen. Wichtige Kostenpunkte, die Sie beachten sollten, sind: Equipment, Tools, Gehalt und Reisekosten.

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

2. Rechtliches

Wer als Unternehmen Remote Work anbietet, muss wichtige rechtliche Vorgaben beachten. Das bindet Kapazitäten von HR und der Rechtsabteilung – nicht nur initial, bevor das Modell in Kraft tritt, sondern auch fortlaufend.

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

3. Standorte

Bei dieser Säule geht es darum zu entscheiden, von wie vielen Standorten aus Ihre Mitarbeiter:innen arbeiten dürfen. Sind es lediglich das eigene Zuhause und das Büro oder bieten Sie auch eine dritte oder vierte Alternative an? Von welchen Ländern aus dürfen sie arbeiten?

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

4. Team-Aufbau

Hier spielen zwei Fragen eine zentrale Rolle: Erlaubt Ihr Team-Aufbau, dass Mitarbeiter:innen von unterschiedlichen Orten aus arbeiten und “gemischt” sind? Oder müssen sich bestimmte Personen regelmäßig sehen?

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

5. Kultur

Ihre Kultur spielt eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein hybrides Modell. Wichtig sind Aspekte wie Vertrauen, Offenheit, Verantwortung, Team Spirit, Agilität, Proaktivität und eine gute Kommunikation.

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

6. Infrastruktur

Damit gemischte Teams erfolgreich sind, muss auch das Drumherum stimmen, also z. B. die IT, Tools und angepasste Meeting-Räume. Nur so schaffen Sie die nötige Flexibilität, einen guten Informationsfluss und reibungslose Prozesse.

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

7. Kommunikation

Kommunikation ist das A&O bei einem hybriden Setup. Haben Sie entsprechende interne Leitfäden, Tools und Prozesse, um einen guten Informationsfluss ortsübergreifend sicherzustellen? Wie teilen Sie Neuigkeiten – und wann?

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

8. Reibungslose Prozesse

Hierunter fallen alle Personalprozesse, aber auch Überlegungen, wie Sie das Projektmanagement und Kreativprozesse, z. B. Brainstormings, bei gemischten Teams vereinfachen können.

Wo befindet sich Ihr Unternehmen auf dieser Skala? Wo soll es in 12 Monaten sein?

9. Recruiting

Ein hybrides Modell erlaubt es Ihnen, von überall aus neue Mitarbeiter:innen einzustellen. Evaluieren Sie, wo Sie einstellen wollen und welche rechtlichen Bedingungen Sie dafür erfüllen müssen.

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Meine 4 Tipps für ein erfolgreiches hybrides Modell

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein paar Tipps auf den Weg geben, die Ihre ortsübergreifende Zusammenarbeit erleichtern.

1. Bauen Sie ein solides Fundament

  • Wenn Ihr hybrides Modell auf einem Ansatz für das gesamte Unternehmen aufbaut, sollte es für alle Abteilungen ähnlich gut umsetzbar sein, um Fairness zu schaffen.
  • Legen Sie Normen für die Zusammenarbeit fest und schaffen Sie einheitliche Erwartungen dafür, z. B. Online-Meetings werden zum Standard.

2. Entwickeln Sie Ihre Führungskräfte

  • Schulen Sie Führungskräfte, den Mitarbeiter:innen bei der Umstellung auf Remote-Arbeit zu helfen. Dazu brauchen sie u.a. emotionale Intelligenz und gute Fähigkeiten in der Online-Kommunikation.
  • Identifizieren Sie Führungskräfte, die innovativ sind und auf eigene Faust mit neuen Tools, Routinen und Ansätzen für die Remote-Führung experimentieren – und diese auch an andere Kolleg:innen weitergeben.

3. Schaffen Sie eine Vertrauenskultur

  • Stärken Sie autonomes Arbeiten und geben Sie Mitarbeiter:innen in Abstimmung mit ihren Führungskräften mehr Verantwortung für Projekte.
  • Legen Sie Ihren Fokus auf das Arbeitsergebnis und nicht auf geleistete Arbeitsstunden.

4. Testen, prüfen und optimieren

Seien Sie bereit, im Laufe der Zeit Änderungen vorzunehmen und diese an Ihre Mitarbeiter:innen zu kommunizieren. Die Pandemie war das bisher größte Pilotprojekt für neue Arbeitsweisen – seien Sie offen, auch zukünftig Anpassungen durchzuführen.

Über Ross Seychell

Als Führungskraft mit 20 Jahren Erfahrung ist es meine Leidenschaft, herauszufinden, wie Unternehmen mithilfe der Mitarbeiter:innen und einer starken Kultur ihre Mission erreichen. Nachdem ich die Personalabteilungen und -strategien bei wachstumsstarken Unternehmen wie Wise und King aufgebaut habe, unterstütze ich Personio nun als Chief People Officer, die beste HR-Plattform Europas zu werden.

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